(Es wird ausdrücklich auf das copyright für diese Liste hingewiesen!)
ACHTUNG: ZUM VERSTÄNDNIS DER LISTE IST DIE LEKTÜRE DER UNTENSTEHENDEN ZEILEN UNERLÄSSLICH!!
Durch Recherche der wesentlichen epidemiologischen Datenbanken (WHO, CDC, Eurosurveillance etc.) ist es für viele Infektionen möglich geworden, länder- bzw. sogar regionsspezifisch eine epidemiologische Bewertung abzugeben.
Die einzelnen Bewertungsstufen folgen den international üblichen Kriterien und sind in der Legende zum Tabellenwerk ersichtlich.
Natürlich muss einschränkend darauf hingewiesen werden, dass infektionsepidemiologische Daten nicht überall in der gleichen Qualität und der gleichen Breite zur Verfügung stehen, wodurch unsere Liste nicht den Anspruch erhebt, unfehlbar zu sein. Absolut unklare Situationen sind in unseren Tabellen in der jeweiligen Rubrik auch mit einem Fragezeichen ausgewiesen.
Damit weist diese länderspezifische Risikowertung auf ein gänzlich anderes Ziel hin, als dies bei den bisherigen Impfempfehlungen der Fall war:
Durch die Aufl istung des Risikos soll lediglich eine Hilfestellung gegeben werden, das für die persönlichen Reiseumstände eines individuellen Reisenden für eine bestimmte Krankheit bestehende Risiko zu bewerten und erst aus dieser Risikobewertung eine Indikation für eine Vorsorgemaßnahme abzuleiten.
Die eigentliche Indikation für die Durchführung einer Impfung ergibt sich also aus mehreren Überlegungen:
Dem durch die Endemizität im Zielland defi nierten Risiko, das entsprechend farblich gestuft ist.
Den persönlichen individualspezifi schen Reiseparametern, die entweder zu dem vorgegebenen Risiko im Land additiv sein können, oder aber auch das Risiko herabstufen können.
Dazu gehören neben dem Reisestil natürlich auch bestimmte Ernährungsgewohnheiten, persönliche Vorlieben oder Verhaltensmuster sowie die Möglichkeiten zur medizinischen Intervention und Versorgung vor Ort, die durch die Infrastruktur des Landes vorgegeben sind.
Ein paar Beispiele:
Jemand reist in ein Land, das als „intermediär-endemisch“ für Hepatitis A ausgewiesen ist. Dies bedeutet, dass das Risiko einer Ansteckung im täglichen touristischen Leben nicht gravierend ist und dass man daher auf eine Impfung gegen Hepatitis A bei einem nur kurzen Businessaufenthalt eventuell verzichten kann. Ist der Reisende aber ein deklarierter Freund von „sea food“, addiert sich zu dem intermediären Risiko ein individualspezifi sches, das durch die Ernährungsgewohnheiten definiert ist – dieser Reisende sollte jedenfalls die Hepatitis A-Impfung bekommen.
Eine Familie mit einer kleinen Tochter reist für drei Wochen für einen Badeaufenthalt nach Thailand. Diese Familie hat auch zu Hause einen Hund und die Tochter ist ganz vernarrt in Hunde. Die Tochter geht auch zu Hause auf jeden Hund vertrauensselig zu. Thailand ist hochendemisch für Tollwut und wenn sich zu dieser Tatsache noch das spezielle Verhalten der Tochter dazuaddiert, dann wird die präexpositionelle Impfempfehlung für Tollwut relativ dringend.
Als drittes Beispiel: Ein Manager wird zwei Jahre in Djakarta stationiert sein. An sich besteht dort kein signifikantes Japan EncephalitisRisiko. Berufsspezifisch muss er aber regelmäßig Großbaustellen im Landesinneren besuchen, das immer für mehrere Tage. In diesem Fall wird die Japan Encephalitis-Impfung nun durchaus zu empfehlen sein.
Es ist dem Autor bewusst, dass die Veröffentlichung einer solchen Liste anstelle eines vorgefertigten Impfplanes für den Laien und auch den beratenden Arzt ein Mehr an Beratungsnotwendigkeit bedeutet. Dafür ist aber gewährleistet, dass durch eine intensivere Auseinandersetzung mit dem einzelnen Reisenden die reisemedizinische
Es sind in der Risikobewertung nur jene impfpräventablen Risken aufgelistet, die spezifi sch für den internationalen Reiseverkehr sind.
Ausdrücklich ausgeklammert wurden jene Impfungen, deren Indikation im österreichischen Impfplan bereits genau geregelt ist. Dies betrifft (neben den Kinderimpfungen wie Masern-Mumps-Röteln!):
Diphtherie
Tetanus
Polio
Pertussis
Infl uenza
Pneumokokken
FSME
Hepatitis B
Die Impfung gegen Hepatitis B ist laut Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation von 1995 jedermann anzuraten und es besteht darüber hinaus eine Indikation zur Impfung bei praktisch jeder Auslandsreise außerhalb Westeuropas, der USA und Australien.
Ebenfalls in die Risikoliste miteinbezogen wurde die zum Zeitpunkt der Drucklegung relevante Dengue-Situation. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Dengue-Situation einem ständigen, raschen Wechsel unterworfen ist und dass daher der beratende Arzt regelmäßig die updates zur Dengue-Situation unter www.reisemed. at unter „breaking news“ oder auf der WHO-homepage (www.who. int) abrufen sollte. Auch die Telefonauskunftsstellen der spezialisierten reisemedizinischen Institutionen (z.B. Zentrum für Reisemedizin, Tel: 01/403 83 43, andere Anlaufstellen unter www.reisemed.at) stehen für Rückfragen zur Verfügung.
Für
die Gelbfieberimpfung wurde eine klare Impfempfehlung bzw. Impfvorschrift
abgegeben. Es sei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die
Gelbfi eberimpfung trotz der erfolgten Zulassung nach wie vor ausschließlich an
autorisierten Gelbfi eberimpfstellen verabreicht werden darf. Dies auch aus dem
Grund, dass diese Impfung verpflichtend in einem internationalen Impfpass
amtlich zu bestätigen ist und über diese Berechtigung verfügen nur die
autorisierten Impfstellen.
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