Herpes zoster - Gürtelrose


 

Nach einer Erstinfektion mit dem Varicella-Virus bleibt dieses lebenslang in den Spinalganglien latent erhalten. Durch sogenannte endogene Reaktivierung (letztlich eine Störung der Balance des Immunsystems des Menschen, die den Zosterviren erlaubt, sich wieder zu vermehren) kann es zur Zweiterkrankung mit dem Varicella-Zoster-Virus kommen, der sogenannten Gürtelrose. Diese tritt vorzugsweise bei älteren Menschen auf oder bei Menschen, die eine gestörte Immunabwehr haben. Die auftretenden Hautläsionen sehen genauso aus wie Varicellen, allerdings mit der Einschränkung, dass sie lokal begrenzt sind und dies zumeist auf das Versorgungsgebiet jenes sensiblen Nerves, aus dessen Spinalganglion das Virsu quasi „ausgebrochen“ ist.

 

Bedeutung und Häufigkeit:

 

Ø       10-20% der Varicellen-Erkrankten erleiden später Herpes Zoster

Ø       45-50% der Patienten sind > 65 J.

 

Typische Klinik:

 

Ø       Intermittierende oder kontinuierliche Schmerzen

Ø       Hyper- oder Parästhesien

Ø       Exanthem (morphol. nicht von Varicellen unterscheidbar)

Ø       Exanthem beschränkt auf Versorungsgebiet des sensiblen Nervs

Ø       Fieber, Lichtscheuheit, Kopfschmerzen, Lymphknoten-Schwellung, reduzierter Allgemeinzustand

 

Leider treten häufig Komplikationen auf (etwa 25% der Herpes zoster Patienten über 60 erleiden zumindest eine der Komplikationen):

 

Ø       Postherpetische Neuralgien  (bis 3 Mo nach Erkrankung, können jahrelang bestehen bleiben): starke Schmerzen im Bereich des betroffenen Nerven

Ø       Sensibilitätsstörungen

Ø       Bakterielle Superinfektionen

Ø       Narbenbildung

Ø       Segmentale motorische Paralyse: Lähmung

 

Grundsätzlich ist eine Herpes Zoster Infektion mit bestimmten Virustatika behandelbar, allerdings reduziert das die Folgeerscheinungen nicht wesentlich.

Seit 2007 ist nun auch in Österreich erstmalig ein Impfstoff gegen Herpes Zoster erhältlich. Dieser ist exakt der gleiche Impfstoff, der bereits von der Impfung gegen Varicellen bekannt ist (siehe dort), allerdings ind der etwa 14-fachen Dosierung. Dies ist nötig, damit ein eventuell vorhandener, geringen Schutz des Patienten gegen dieses Virus von der Ersterkrankung an Varicellen als Kind „durchbrochen“ werden kann und erneut eine vollständige mit einem Schutz einhergehende Immunantwort ablaufen kann.

 

Impfstoff:

 

Die Eckdaten des Impfstoffs:

n       Lebendimpfung

n       Enthält attenuierten OKA Stamm des Varivax (1350 PFU)

n       18.700 bis 60.000 pfu (durchschnittl. 24.600)

n       Applikation: subcutane Injektion.

n       Einmalgabe

n       Bisherige Nachbeobachtungszeit (Schutzdauer): ~4 Jahre; vermutlich länger

n       Preis: ca.230.-

n        Nebenwirkungen: häufig Jucken an der Impfstelle und Rötung, selten Fieber oder einzelne Zosterbläschen

 

IMPFSTOFF

PRODUKTNAME und HERSTELLER

ERWACHSENENIMPFSTOFFE (zugel. ab 60 Jahren)

Varicellavirus (LEBENDVIRUS)

Zostavax (SPMSD)

 

 

Wesentlich ist die Anmerkung, dass diese Impfung den Patienten nicht hundertprozentig schützt. Die Wirksamkeit gegen jedwede Herpes Zoster Erkrankung liegt nur bei etwa 51%, gegen schwere Verläufe (die dann auch komplikationsgefährdeter sind) bei 73%. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer postherpetischen Neuralgie wird um ziemlich genau 2/3 reduziert und die mit dieser Kompliaktion verbundenen Schmerzen um 57%. Damit „kann“ die Impfung doch einiges und ist jedem über 60 sehr ans Herz zu legen. Dies umso mehr, als der Herpes Zoster zwar selten lebensbedrohend ist, aber sehr häufig die Lebensqualität des Betroffenen wesentlich schmälert, was zur Aktivitätseinschränkung und zu Depressionen führen kann. Auch hiezu eine Zahl: Der sogenannte „burden of illness“, also alle Beschwerden im Zusammenhang mit der Erkrankung inklusive Krankheitsdauer, wird durch die Impfung um 61% reduziert.

 

 

 

 


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