Erreger:
Dengue ist eine Viruserkrankung, es existieren vier
unterschiedliche Subtypen (DEN 1-4). Das Virus ist ein
Flavivirus und eng verwandt mit dem FSME, Gelbfieber und Japan
Encephalitis Virus.
Infektionsquelle:
Bestimmte Affenpopulationen sind das Reservoir. Tritt
Dengue in Ballungsräumen auf, wird der Mensch zum Reservoir.
Übertragung:
Stechmücken der Gattung Aedes, sind tagaktiv.
2-7 Tage
Man unterscheidet beim Dengue-Fieber mehrere
Verlaufsformen:
a)
klassisches Dengue-Fieber:
beginnt abrupt mit hohem Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, typischer Weise
auch Augenschmerzen (Schmerz liegt quasi hinter dem Auge) und dann auch mit
„Kreuzschmerzen“. Ein guter Teil der Patietnen bekommt nach ein bis zwei
Tagen auch einen masernähnlichen Hautausschlag, der nach weiteren ein bis zwei
Tagen wieder verschwindet. Im Regelfall klingt die Symptomatik nach 5-7 Tagen
ab, in manchen Fällen kann ein biphasischer Verlauf gegeben sein, wo es nach
erster Abfieberung erneut zu Fieber, verbunden mit extremen Muskel- und
Gelenkschmerzen und neuerlichem Hautausschlag kommen kann.
Danach erholt sich der Patient ohne Restschäden davonzutragen.
Tödliche Ausgänge einer solchen Infektion sind selten.
Bei Blutuntersuchungen im Rahmen des klassichen Dengue-Fiebers findet man keine
wirklich auffälligen Befunde, nur die Blutplättchenzahl sinkt meist vorübergehend
ab und Zeichen eines viralen Infektes finden sich im Blutbild.
b)
Dengue-hämorrhagisches Fieber (DHF) und Dengue-Schock-Syndrom (DSS)
diese besonders schweren Formen kommen bei erstmaliger Infektion mit dem Virus
nur selten vor, lediglich bei kleinen Kindern und bei sehr alten Personen sind Fälle
beobachtbar.
DHF und DSS sind vielmehr typische Zweiterkrankungen mit einem anderen
Dengue-Virustyp: Übersteht man eine erste Infektion, so entwickelt der
Organismus eine solide Immunität gegen den jeweils auslösenden Virustyp. Diese
Abwehrstoffe sind aber nicht in der Lage, die anderen Dengue-Virustypen im Fall
einer zweiten Infektion mit so einem anderen Typ auch zu eliminieren, es kommt
im Gegenteil zu einem fatalen Irrtum unseres Immunsystems: Die gegen den ursprünglichen
Typ gerichteten Antikörper „besetzen“ das neue Virus, können es aber nicht
umbringen. Die Besetzung verhindert aber, dass unser Immunsystem sofort erkennt,
dass ein neues Virus da ist, das Virus ist „maskiert“ und kann sich besser
vermehren – was zu einem schwereren Krankheitsverlauf mit Blutungsneigung und
Gefässschäden führen kann.
Tödliche Ausgänge bei DHF und DSS sind etwa 100 mal häufiger als bei
klassischem Denguefieber.
Behandlung:
keine möglich;
Bedeutung und
Vorkommen:
In vielen tropischen und subtropischen Teilen der Welt wird
Dengue zu einem wachsenden Problem. Es ist derzeit schon in über 100 Ländern
in Afrika, Amerika, Südost-Asien und im Pazifik anzutreffen.
Die WHO spricht von mindestens 100 Millionen weltweiten
Dengue-Infektionen pro Jahr.
Die Verbreitung in der Übersicht (CDC)

Impfstoffe:
Es gibt derzeit keine Impfstoffe
Prophylaxe:
Man kann einem Denguefieber nur dadurch vorbeugen, indem
man sich nicht von den übertragenden Mücken stechen lässt. Also:Repellents
verwenden und Kleidung mit Permethrin imprägnieren.
Wesentlich ist hier aber die Anmerkung, dass die übertragenden
Mücken tagaktiv sind, d.h. wenn man tagsüber unterwegs ist, muss man sich
einschmieren – ganz im Gegensatz zur Malariaverhütung, wo die Mücken dämmerungs-
und nachtaktiv sind.
Besondere Hinweise:
Denguefieber
ist heute unter touristisch Reisenden bereits häufiger als Malaria. Obwohl die
Erkrankung selten lebensgefährlich ist, sollte man alles tun, um nicht
infiziert zu werden. Und dies aus 2 Gründen:
1)
Wenn man eine
Dengueinfektion überstanden hat, so sind alle Länder, in denen andere
Dengue-Virustypen vorkommen und womöglich gerade ein Ausbrüch stattfindet, für
die Zukunft als Reiseziele verboten: Wie oben beschrieben, ist eine zweite
Infektion schwerwiegend und kann tödlich enden. Damit schränkt man die Zahl
der „bereisbaren“ Länder stark ein.
2)
Bereits die erste
Infektion ist äusserst unangenehm und bedeutet, dass mit Sicherheit eine
Urlaubswoche völlig zerstört ist.
Noch ein wichtiger
Hinweis: Wenn man wirklich das Pech haben sollte, eine Dengueinfektion zu
bekommen, so darf man zur Fiebersenkung während der aktuten Krankheitsphase NIE
SALICYLATE (wie z.B Aspirin) verwenden: Salicylate können einer eventuellen
Blutungsneigung Vorschub leisten und den Krankheitsverlauf dadurch negativ
beeinflussen