Höhenkrankheit 


 

 

Die Höhenkrankheit ist die Folge der Unterversorgung des Gehirns und anderer Körpergewebe mit Sauerstoff und die dadurch ausgelösten Kompensationsmechanismen (Mechanismen des Organismus, die die Sauerstoffversorgung verbessern sollen). Die Höhenkrankheit kann bereits in Höhenlagen ab 2.500 m auftreten.

Bei gesunden Erwachsenen sind keine prädisponierenden Faktoren (d.h. Faktoren, die eine Höhenkrankheit vorhersehen lassen) bekannt. Das Erkrankungsrisiko ist bei Rauchern gleich groß wie bei Nichtrauchern, bei Untrainierten gleich wie bei Trainierten und auch bei älteren Menschen gleich groß wie bei Jugendlichen. Lediglich Kinder sind etwas anfälliger.

 

WICHTIGE AUSLÖSENDE FAKTOREN ("höhentaktische Fehler")

VORBEUGUNG

  • zu rascher Aufstieg
  • langsamer Aufstieg, Höhentraining
  • Überanstrengung
  • Einlegen von Erholungspausen
  • Alkohol
  • Vermeidung von Alkoholgenuß
  • Flüssigkeits- u. Mineralmangel durch vermehrte Ausscheidung ("Höhendiurese")
  • ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten
  • Infekte
  • Sanierung von Infektionsherden
  • Schlafmittel
  • Vermeidung von Schlafmitteln

 

Die SYMPTOME DER HÖHENKRANKHEIT sind je nach Schweregrad verschieden. Sie müssen sorgfältig beobachtet werden, weil sie für die Beurteilung der Gefährlichkeit des Zustandsbildes und vor allem für die zu treffenden Maßnahmen von größter Bedeutung sind.

 

SYMPTOME UND BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

 

I. FRÜHZEICHEN:

BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

  • KOPFSCHMERZ
  • ÜBELKEIT
  • APPETITLOSIGKEIT
  • LEISTUNGSABFALL
  • WASSERANSAMMLUNGEN UNTER DER HAUT (ÖDEME)
  • RUHEPULS UM MEHR ALS 20% BESCHLEUNIGT
  • AUFSTIEG ABBRECHEN
  • NACHTRUHE ABWARTEN
  • Behandlung der Kopfschmerzen (diese sprechen nicht auf "normale" Schmerzmittel an) mit Ibuprufen 600mg
  • zusätzlich 500 mg Azetazolamid (Diamox®) einmal täglich

Bei Verschwinden der Symptome am nächsten Morgen kann der Aufstieg langsam fortgesetzt werden

 

 

II. WARNZEICHEN:

BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

  • KONSTANTE, SCHWERE KOPFSCHMERZEN
  • SCHWERE ÜBELKEIT, ERBRECHEN
  • RAPIDER LEISTUNGSABFALL
  • ATEMNOT IN RUHE
  • HERZJAGEN
  • SCHLAFLOSIGKEIT
  • TROCKENER HUSTEN
  • SCHWINDEL, GANGUN-SICHERHEIT
  • BENOMMENHEIT
  • AUSSCHEIDUNG v. DUNKLEM HARN
  • REDUZIERTE HARNMENGE (<1/2 L PRO TAG)
  • DER SOFORTIGE ABSTIEG IST EINE UNABDINGBARE NOTWENDIGKEIT
  • Das Warten auf gleicher Höhe ist gefährlich (auch wenn es nur zum Zweck der Übernachtung geschieht)
  • wenn möglich, ist sogar der nächtliche Abstieg vorzuziehen
  • Abstieg immer nur in Begleitung, weil häufig auch psychische Beeinträchtigung des Betroffenen

 

 

III. ALARMZEICHEN:

BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

  • VERWIRRTHEIT
  • SCHWERE ATMUNG IN RUHE
  • UNSTILLBARER HUSTEN
  • RASSELNDE ATMUNG
  • BLÄULICHE VERFÄRBUNG DER LIPPEN
  • FEHLENDE HARNPRODUKTION
  • AKUTE LEBENSGEFAHR!
  • ABSOLUTE PRIORITÄT: sofortiger Abstieg oder besser Abtransport, wenn auch nur um einige hundert Höhenmeter
  • ergänzend oder überbrückend (falls Abtransport witterungsbedingt unmöglich) Massnahmen zur Stabilisierung des Zustandes des Höhenkranken
  • Sauerstoffbeatmung (aus mitgeführten Flaschen mit Manometer und Flussmesser; 3.000l für 12 h Beatmung)

  • Verbesserung des Sauerstoffangebotes und Verminderung des Sauerstoffbedarfes der Gewebe (z. B. Nifedipin = Adalat®)
  • Behandlung des Hirn- und/oder Lungenödems z. B. mit Dexamethason (z. B. Fortecortin®)
  • "hyperbare Kammer" für den Abtransport: mit Handpumpe aufblasbarer Rettungssack,in den der Patient gelegt wird (Kammer ist schwer u. teuer, zu beziehen von: CERTEC, F 69210 Sourcieux Les Mines, Frankreich)

 

Für Interessierte: die Österreichische Gesellschaft für Alpin und Höhenmedizin hat eine ausgezeichnete homepage.


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