Filariosen

Lymphatische Filariasis (Elephantiasis)

Was ist lymphatische Filariasis?

Unter Filariasis versteht man eine Infektion durch dünne, zwirnartige Würmer (Filarien), die das Lymphsystem des Menschen besiedeln, und dadurch schwere Krankheitsbilder hervorrufen.

Die Larven (Mikrofilarien) dieser Würmer werden durch Insekten von Mensch zu Mensch übertragen.

Wo besteht Infektionsgefahr?

Die lymphatische Filariasis ist eine reine Tropenkrankheit.

Sie tritt herdförmig in vielen tropischen und subtropischen Gebieten, wie Afrika, Indien, Südostasien, Südamerika und in der Karibik auf.

Wie kommt es zu einer Filariasis-Infektion?

Die Würmer siedeln sich in den Lymphgefäßen und Lymphknoten der Menschen an, wo sie geschlechtsreif werden.

Weibliche Würmer legen Hunderte von Eiern, die im Blutsstrom durch den Körper zirkulieren.

Als nächsten Schritt nehmen Insekten bei ihrer Blutmahlzeit die aus den Eiern entwickelten Larven auf und geben sie beim nächsten Saugakt über den Stichkanal an einen anderen Menschen weiter.

Wann treten die ersten Beschwerden auf?

Die Zeit zwischen der Infektion und dem auftreten erster Symptome ist sehr variabel.

Sie beträgt 5 Monaten bis zu einigen Jahren.

Wie bemerkt man Filariasis?

Welche Risiken birgt die Erkrankung in sich?

Die Erkrankung ist bei rechtzeitiger medikamentöser Behandlung weitgehend heilbar.

Nur unbehandelten, über Jahrzehnte verlaufenden Fällen, kann die Filariasis zum Zustandsbild der sogenannten "Elephantiasis" führen.

Dabei kommt es zur vollständigen Blockade des Lymphsystems, dadurch entsteht ein Lymphstau, der die Beine des Betroffenen "elephantenähnliche" aussehen läßt.

Die Haut verdickt sich und in den zahlreichen Einriss- und Platzstellen kommt es auf Grund bakterieller Besiedelung zu massiven Entzündungsvorgängen.

Schwere Spätfolgen, bis hin zur notwendigen Operationen verkomplizieren das Krankheitsbild.

Wie stellt der Arzt die Diagnose lymphatische Filariasis?

Die Diagnose ergibt sich in erster Linie aus dem Erkrankungsbild.

Eine exakte Abklärung ist nur unter Zuhilfenahme labordiagnostischer Maßnahmen möglich.

Die Larven der Filarien können im Blut nachgewiesen werden.

Welche Möglichkeit der Behandlung gibt es?

Die Behandlung besteht aus:

Wie hoch ist das Risiko zu erkranken, und wie schütze ich mich vor Filariasis?

Die Infektion setzt eine Anzahl von Insektenstichen über einen längeren Zeitraum voraus.

Kurzzeit Aufenthalte bergen kaum ein Risiko in sich.

Da aber keine Schutzimpfung existiert, sollte sich jeder Reisende vor Insektenstichen schützen, vor allem ab Einbruch der Dämmerung.

Loa-Loa (Calabar-Schwellung)

Was ist die Loa-Loa-Infektion?

Diese Infektionskrankheit wird durch den Wurm Loa loa verursacht. Sie führt zu immer wiederkehrenden Schwellungen der Haut.

Die Krankheit gehört zur Gruppe der Filarien-Erkrankungen.

Die Loa-Loa-Infektion tritt nur im tropischen Regenwald in West-Afrika auf.

Wie bekommt man Loa-Loa?

Der Krankheitserreger ist ein fadenförmiger Wurm, der durch Mückenstiche auf den Menschen übertragen wird. Im Körper wächst der Wurm heran und bildet viele kleine Würmer, die sogenannten Mikrofilarien. Diese, sowie der erwachsene Wurm, wandern durch das Bindegewebe, vor allem unter der Haut und unter der Hornhaut im Auge, herum und verursachen die Beschwerden.

Die Beschwerden treten nach einem Jahr, manchmal auch schon früher auf.

Welche Beschwerden treten auf?

Wie stellt der Arzt die Diagnose Loa-Loa?

Durch eine Blutabnahme um die Mittagszeit wird versucht die Mikrofilarien im Blut nachzuweisen.

Bei Reisenden gelingt dies oft nicht. Hier wird die Diagnose anhand der Beschwerden, der Krankheitsgeschichte und der erhöhten Zahl an bestimmten Blutzellen (Eosinophile) und Antikörpern gestellt.

Wie wird die Loa loa-Infektion behandelt?

Die Einnahme desMedikaments Diethylcarbamazin führt zum Absterben der Würmer.

Bei schweren Infektionen besteht die Gefahr einer allergischen Reaktion auf Wurmreste. Als vorbeugende Maßnahme werden deshalb gleichzeitig Glukokortikoide verschrieben.

Was kann ich tun um die Krankheit zu vermeiden?

Die beste Vorbeugung ist der Schutz vor Insektenstichen:

Verwenden Sie Insektenschutzmittel (Repellents), lange Kleidung und Moskitonetze.

Onchozerkose

Was ist Onchozerkose?

Die Krankheit wird durch Würmer hervorgerufen und verursacht Veränderungen an der Haut und an den Augen. Sie wird auch Flussblindheit genannt und gehört zur Gruppe der Filarien-Erkrankungen.

Weltweit sind über 18 Millionen Menschen infiziert. Onchozerkose ist eine der Hauptursachen für Blindheit in den Entwicklungsländern.

Wie bekommt man Onchozerkose?

Der Krankheitserreger ist ein fadenförmiger Wurm namens Onchocerca volvulus. Er wird durch Kriebelmücken (blackflies), die entlang von schnellfliessenden Flüssen leben, auf den Menschen übertragen.

Durch den Insektenstich gelangen die Larven in den menschlichen Organismus. Sie lagern sich ins Unterhautfettgewebe ein und entwickeln sich zu erwachsenen Würmern, die bis zu 15 Jahre überleben können. Sie produzieren Millionen von winzig kleinen Würmern, den sogenannten Mikrofilarien. Diese wandern unter der Haut durch den ganzen Körper und gelangen häufig auch in die Augen.

Je mehr Würmer im Körper vorhanden sind, desto schwerer ist die Erkrankung.

Welche Beschwerden treten auf?

  1. Nach sieben Monaten bis drei Jahren entwickeln sich an den Stellen, wo erwachsene Würmer unter der Haut eingelagert sind, Knoten. Diese können über einen Zentimeter groß werden, sind hart und schmerzlos. Häufig befinden sie sich an Knochenvorsprüngen.
  2. Typisch für die Erkrankung ist ein stark juckender Hautausschlag (rash). Dieser wird durch die herumwandernden Mikrofilarien verursacht und betrifft meist eine ganze Körperregion, wie zum Beispiel einen Arm.
  3. Durch Zerstörung von elastischem Bindegewebe wird die Haut dünn und faltig, außerdem kommt es zu Pigmentveränderungen.
  4. Weiters ist eine schmerzlose Schwellung der Lymphknoten in der Leistengegend möglich.
  5. An den Augen kommt es durch den Befall mit Mikrofilarien zunächst zu Sehstörungen. Die Schädigung von Hornhaut oder Netzhaut führt schließlich zur Erblindung.

Wie stellt der Arzt die Diagnose Onchozerkose?

Der Arzt versucht die kleinen Würmer unter dem Mikroskop nachzuweisen. Dafür wird ein kleines Hautstück entnommen und untersucht.

Wie wird die Onchozerkose behandelt?

  1. Die medikamentöse Behandlung steht im Vordergrund: Ivermectin ist ein Antibiotikum, das die Mikrofilarien abtötet und somit die Beschwerden verhindert. Es wird alle sechs Monate verabreicht.
  2. Ein anderes Antibiotikum (Suramin) tötet den erwachsenen Wurm ab, wird aber wegen der schädigenden Wirkung auf die Niere nur selten verschrieben.
  3. Befinden sich die Hautknoten im Gesicht, wird zusätzlich eine chirurgische Entfernung angestrebt um zu verhindern, dass die Mikrofilarien in die Augen gelangen.

Wer ist besonders gefährdet?

Onchozerkose kommt vor allem in Zentralafrika, aber auch in Jemen, Saudi Arabien und in Lateinamerika (Südmexiko, Guatemala, Venezuela, Brasilien, Kolumbien, Ecuador) vor.

Gefährdet sind Personen, die sich für längere Zeit in diesen Gebieten aufhalten und somit häufig mit infizierten Mücken in Kontakt kommen können.

Kurzzeitreisende haben ein geringes Risiko an Onchozerkose zu erkranken.

Was kann ich tun um die Krankheit zu vermeiden?

Insektenschutz ist die beste Vorbeugung. Verwenden Sie Insektenschutzmittel (Repellents), lange Kleidung und Moskitonetze!

Prognose

Wird die Krankheit effizient behandelt, sind keine Folgeschäden zu befürchten.

Weltweit wird versucht mit weitreichenden Programmen der Insektenbekämpfung die Krankheit auszurotten.