Herpes Zoster - Gürtelrose

Nach einer Erstinfektion mit dem Varicella-Virus bleibt dieses lebenslang in den Spinalganglien latent erhalten. Durch sogenannte endogene Reaktivierung (letztlich eine Störung der Balance des Immunsystems des Menschen, die den Zosterviren erlaubt, sich wieder zu vermehren) kann es zur Zweiterkrankung mit dem Varicella-Zoster-Virus kommen, der sogenannten Gürtelrose. Diese tritt vorzugsweise bei älteren Menschen auf oder bei Menschen, die eine gestörte Immunabwehr haben. Die auftretenden Hautläsionen sehen genauso aus wie Varizellen, allerdings mit der Einschränkung, dass sie lokal begrenzt sind und dies zumeist auf das Versorgungsgebiet jenes sensiblen Nerves, aus dessen Spinalganglion das Virus quasi „ausgebrochen“ ist.

Bedeutung und Häufigkeit

Typische Klinik

Leider treten häufig Komplikationen auf (etwa 25% der Herpes zoster Patienten über 60 erleiden zumindest eine der Komplikationen):

Grundsätzlich ist eine Herpes Zoster Infektion mit bestimmten Virustatika behandelbar, allerdings reduziert das die Folgeerscheinungen nicht wesentlich.

Seit 2007 ist nun auch in Österreich erstmalig ein Impfstoff gegen Herpes Zoster erhältlich. Dieser ist exakt der gleiche Impfstoff, der bereits von der Impfung gegen Varizellen bekannt ist (siehe dort), allerdings in der etwa 14-fachen Dosierung. Dies ist nötig, damit ein eventuell vorhandener, geringen Schutz des Patienten gegen dieses Virus von der Ersterkrankung an Varizellen als Kind „durchbrochen“ werden kann und erneut eine vollständige mit einem Schutz einhergehende Immunantwort ablaufen kann.

Impfstoff

Die Eckdaten des Impfstoffs:

IMPFSTOFF PRODUKTNAME und HERSTELLER
ERWACHSENENIMPFSTOFFE (zugel. ab 60 Jahren)
Varicellavirus (LEBENDVIRUS) Zostavax (SPMSD)

Wesentlich ist die Anmerkung, dass diese Impfung den Patienten nicht hundertprozentig schützt. Die Wirksamkeit gegen jedwede Herpes Zoster Erkrankung liegt nur bei etwa 51%, gegen schwere Verläufe (die dann auch komplikationsgefährdeter sind) bei 73%. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer postherpetischen Neuralgie wird um ziemlich genau 2/3 reduziert und die mit dieser Kompliaktion verbundenen Schmerzen um 57%. Damit „kann“ die Impfung doch einiges und ist jedem über 50 sehr ans Herz zu legen. Dies umso mehr, als der Herpes Zoster zwar selten lebensbedrohend ist, aber sehr häufig die Lebensqualität des Betroffenen wesentlich schmälert, was zur Aktivitätseinschränkung und zu Depressionen führen kann. Auch hiezu eine Zahl: Der sogenannte „burden of illness“, also alle Beschwerden im Zusammenhang mit der Erkrankung inklusive Krankheitsdauer, wird durch die Impfung um 61% reduziert.

Derzeit in Zulassung befindlich ist ein inaktivierter Impfstoff gegen Gürtelrose (Shingrix), dessen Wirksamkeit und Verträglichkeit noch besser sein soll. Verfügbar vermutlich ab 2018.