Japan Encephalitis

Erreger

Japan Encephalitis-Virus (Flavi-Virus)

Infektionsquelle

Schweine, wild lebende Vögel, evtl. Pferde

Übertragung

Stechmücken

Inkubationszeit

sechs bis 16 Tage

Krankheitsbild

Die Japan Encephalitis ist eine Meningoencephalitis, also eine Entzündung von Gehirnhäuten und Gehirn. Die Erkrankung ist mit der FSME vergleichbar, der Verlauf ist jedoch meist wesentlich unangenehmer.

Nach einer zwei bis drei Tage dauernden Phase mit uncharakteris­tischen Allgemeinsymptomen (grippe-ähnlich) kommt es bei drama­tischen Verläufen zu zunehmender Nackensteife, Lichtscheu, Erbre­chen sowie beträchtlichen Störungen der Bewusstseinslage. Es treten Krämpfe, Lähmungen und auch Bewusstlosigkeit auf.

Der Verlauf ist bis zu 25 % tödlich, ganz besonders im höheren Lebensalter sind tödliche Verläufe häufiger.  Wird die Erkrankung überlebt, so ist in einem hohen Prozentsatz (bis zu fünfzig bis 85 %) mit schweren neurologischen Ausfallserscheinungen als Folgezustand zu rechnen.

In günstigen Fällen kann die Erkrankung auch unter dem Bild eines grippalen Infektes, einer Durchfallserkrankung oder eines Infektes der Luftwege ablaufen.

Diagnose

Die Diagnose wird zuerst klinisch mittels Lumbalpunktion („Kreuzstich") gestellt, zur Diagnosesicherung werden serologische Methoden eingesetzt.

Behandlung: Wie bei allen Viruserkrankungen ist keine spezifische Behandlung möglich. Es kommen lediglich unterstützende und intensivmedizinische Maßnahmen zum Einsatz.

Bedeutung und Vorkommen: Die Erkrankung kommt ausschließlich im asiatischen Raum, vom indischen Subkontinent bis Japan, vor. Ähnlich der FSME, ist das Risiko im ländlichen Bereich wesentlich höher als im städtischen Bereich. Das Virus zirkuliert während des ganzen Jahres, Häufigkeitsgipfel treten jedoch während der Regen­zeit auf. Ganz besonders die Nähe von Bewässerungsanlagen und Reisfeldern (Brutstätten für Stechmücken) sowie intensive Schweinezucht begünstigen das Auftreten der Erkrankung.

Verbreitungskarte

Japan B Encephalitis Verbreitung

Die meisten Erkrankungsfälle werden aus Indien und China gemeldet. Die Dunkelziffer ist jedoch extrem hoch, weil auch im Erkran­kungsfall die exakte Diagnose nur schwer zu stellen ist (aufwändige Labordiagnostik (!), aufgrund der fehlenden medizinischen Infra­strukturen meist nicht möglich).

Aus Indien und Vietnam wurden in den letzten Jahren auch immer wieder epidemische Ausbrüche der Japan Encephalitis berichtet. Diese Ausbrüche sind nicht vorhersehbar und kündigen sich in keiner Weise vorher an.

Aufgrund der Verbreitung in ländlichen Gebieten des mittleren und fernen Ostens, wird die Impfung allen Reisenden zu empfehlen sein, die „Land und Leute" besichtigen wollen und sich somit nicht nur in der Großstadt aufhalten. Bekannterweise sind die touristisch interessanten Sehenswürdigkeiten nicht unbedingt in der Großstadt, sondern eher in ländlichen Gebieten. In einigen fernöstlichen Ländern (z.B. Burma, Laos, Kambodscha und Vietnam), die in zunehmendem Maß als Reiseziele angeboten werden, fehlen auch die klassisch hochtouristischen Infrastrukturen, und es sind doch eher einfache Reisebedingungen zu erwarten.

Selbstverständlich sollte die Indikation für die Impfung anhand der genauen Reiseroute gestellt werden.

Eine Berechnung des persönlichen Risikos des Reisenden, eine Japan Encephalitis zu bekommen, ist extrem schwer. Das Risiko ist mit Sicherheit im ländlichen Bereich wesentlich größer als in den Städten. Auch der Reisestil spielt eine bedeutende Rolle: je einfacher die Reisebedingungen (z.B. Rucksacktourismus, ausgedehnte Rundreisen in ländlichen Gebieten), desto höher ist die Infektionsgefährdung. Ähnliches gilt auch für die Aufenthaltsdauer. Je länger der Auf­enthalt im Risikogebiet dauert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, mit infizierten Stechmücken in Kontakt zu kommen.

Vorbeugungsmaßnahmen bestehen aus:

Impfstoffe

Als Impfstoff steht seit Mai 2009 ein verozell-gezüchteter, inaktivierter und aluminiumhydroxidadjuvierter Ganzvirus-Totimpfstoff zur Verfügung, der auf dem attenuierten SA14-14-2 Saatvirus beruht. Details zu präklinischen und klinischen Studien finden sich unter: Kollaritsch et al, Expert Opin. Biol. Ther. (2009) 9(7):921-931. Der Impfstoff an sich ist eine österreichische Entwicklung, der Handelsname ist IXIARO®.

Impfung

2 Teilimpfungen im Abstand von 4 Wochen

Schutzrate

nach den Ergebnissen der Immunogenitätsstudien bei etwa 96%

Schutzdauer

nach 2 Teilimpfungen für ca 12 Monate, Auffrischung nach 12-24 Monaten, weitere Auffrischintervalle sind noch nicht festgelegt.

Nebenwirkungen

Die wichtigsten Vorteile dieses Impfstoffes sind nun einerseits darin zu sehen, dass für die Produktion kein Maushirn mehr gebraucht wird, sondern auf Gewebekulturzellen gezüchtet wird und dass der Impfstoff aus einem schon vorattenuierten Virus, das in abgetöteter Form vorliegt, besteht. Und dass keinerlei Zusatzstoffe im Impfstoffendprodukt enthalten sind.

Die bisherigen Daten zum Impfstoff lassen klar erkennen, dass er – obwohl im Grundimpfschema eine Impfung weniger vorgesehen ist – dem JE-Vax® zumindest in allen Messungen zur Immunogenität ebenbürtig ist. Es wird demnach zweimal im Monatsabstand geimpft, danach besteht bei über 96 % der Geimpften bereits eine Seroimmunität, aufgefrischt wird nach etwa einem Jahr. Unklar ist noch die Schutzdauer, nach bisherigen Daten wird sie aber über drei Jahren liegen.

Die Verträglichkeit in den bisherigen Studien war ausgezeichnet.

Besondere Hinweise

Der Impfstoff ist NICHT für den Einsatz in der Schwangerschaft zugelassen.

Die Impfung kann auch mit allen anderen Impfungen ohne zeitlichen Abstand durchgeführt werden.

WICHTIG: Die FSME-Impfung schützt nicht vor der Japan Encephalitis, auch wenn es sich um ein verwandtes Krankheitsbild handelt.