Erreger:
Mumpsvirus.
Infektionsquelle:
Rachensekret,
Urin, Stuhl, Muttermilch infizierter Personen.
Übertragung:
Tröpfchen-
und Schmierinfektion.
Inkubationszeit:
18 bis 22 Tage.
Krankheitsbild:
Beginn
mit allgemeinem Krankheitsgefühl, Kopf-, Hals-, Nacken- und Ohrenschmerzen,
subfebrile Temperaturen. Anschwellung der Ohrspeicheldrüse zunächst einseitig,
in 80 Prozent später beidseitig („Hamsterbacken“). Beteiligung anderer
Speicheldrüsen häufig.
Bei
Mumpserkrankungen nach der Pubertät tritt bei 10 bis 40% der männlichen
Jugendlichen eine Hodenentzündung, meist einseitig, gelegentlich aber auch
beidseitig auf, die nachfolgend zur Zeugungsunfähigkeit führen kann. Bei Mädchen
selten Brustdrüsenentzündung und/oder Eierstockentzündung. Selten auch
Beteiligung der Schilddrüse mit einer Entzündung.
Klassische
Komplikationen des Mumps sind eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (bei 5
bis 10% der Erkrankten), als Folge kann Diabetes auftreten. Außerdem kann es
gleichzeitig oder isoliert zum Auftreten einer Gehirnhaut- und/oder Gehirnentzündung
kommen (relativ häufig, 10 bis 15% der Erkrankten!)
Diagnose:
Aus
dem Krankheitsverlauf oder durch Isolierung des Erregers aus Speichel, Darm und
Gehirnflüssigkeit (Liquor), ferner durch Antikörperuntersuchung aus dem Blut.
Behandlung:
Es
ist ebenso wie bei Masern keine ursächliche Behandlung möglich, allgemeine
pflegerische Methoden sind alles, was unternommen werden kann. Über den Einsatz
von speziellen Gammaglobulinen zur Komplikationsprophylaxe liegen keine
eindeutigen Daten vor.
Epidemiologie
und Bedeutung:
Mumps
ist zwar nicht so häufig wie Masern, doch ebenfalls im Auftreten sehr ernst zu
nehmen. Für Österreich gibt es keine genauen Erkrankungszahlen. Da Mumps eben
nicht so häufig wie Masern auftritt, gibt es relativ viele Erwachsene, die
keine natürliche Immunität haben.
Da die Erkrankung mit zunehmendem Lebensalter aber immer gefährlicher wird, hat die Impfung auch für den Erwachsenen große Bedeutung.
Auch
hier wäre eine Ausrottung wie bei Masern durch eine konsequente Impfung möglich.
Impfstoff:
Kombinationsimpfstoff
Masern/
Mumps/ Röteln-Kombinationsimpfung . Dreikomponentenlebendimpfung in einem
Stich. Einzelkomponentenimpfstoffe sind derzeit nicht erhältlich
Das
Impfvirus ist nicht auf Dritte übertragbar.
Impfung:
Die
Impfung wird üblicherweise zweimal gegeben. Das erste Mal im 14. Lebensmonat,
das zweite Mal frühestens vier Wochen später (siehe Masern!). Grundsätzlich
ist die Impfung in jedem Lebensalter möglich und sinnvoll. Erwachsene, die
keine Immunität gegen Mumps (oder Masern oder Röteln) haben, sollten sich
unbedingt impfen lassen, da diese „Kinderkrankheiten“ im Erwachsenenalter
wesentlich bösartiger als bei Kindern verlaufen.
Die
Mumpsimpfung kann auch als „postexpositionelle“ Impfung gegeben werden: Wird
innerhalb von 3 Tagen nach einem erfolgten Kontakt mit einem mumpskranken Kind
geimpft, so ist die Chance für eine Unterdrückung des Krankheitsausbruchs hoch
Schutzrate:
Nach einer Impfung etwa 85-95%. 5% Impfversager sind entweder auf schlecht gelagerten Impfstoff oder auf Nichtansprechen auf die Impfung bei z. B. gleichzeitigen banalen Infekten zurückzuführen. Nur aus diesem Grund wird die Impfung bei Kindern zweimal gegeben, denn es soll die österreichische Bevölkerung zu 100% gegen Mumps (Masern/Röteln) geschützt werden!
Schutzdauer:
Nach einer erfolgreichen Impfung vermutlich lebenslang.
Nebenwirkungen:
Die
Mumpsimpfung kann etwa eine Woche nach der Gabe zu leichtem Fieber, sehr selten
auch zu geringfügigen Gelenksschmerzen führen.
Besondere
Hinweise:
Achtung:
Vorsicht bei Personen mit Hühnereiweißallergie; Personen, die eine Beeinträchtigung
des Immunsystems haben, Kortison nehmen oder bösartige Erkrankungen haben,
sollten mit einem Fachmann vor der Impfung Rücksprache halten (gilt ebenso für
Röteln und Masern). Die Impfung soll in der Schwangerschaft nicht gegeben
werden, passiert dies aber einmal zufällig, so besteht keine Gefahr für die
Schwangerschaft, und ein Schwangerschaftsabbruch ist unsinnig!
Bei
fieberhaften Erkrankungen sollte zugewartet werden (v. a. weil der Impferfolg
beeinträchtigt sein könnte und nicht, weil dadurch die Impfung schlechter
verträglich wird).
Der
Impfstoff ist temperaturempfindlich und kann innerhalb weniger Stunden bei
Lagerung außerhalb des Kühlschrankes inaktiv werden!
Für
Masern, Mumps und für Röteln gilt in gleicher Weise, dass bei klinischer
Diagnose die „Trefferquote“ nur in einer Größenordnung von etwa 50% liegt.
Anamnestische Angaben, womöglich nur von der Mutter verifiziert, dass das Kind
ohnedies „alle Kinderkrankheiten schon gehabt habe“ sollten sehr kritisch
hinterfragt werden. Wenn auch nur der leiseste Zweifel besteht, dann darf nicht
auf die Impfung verzichtet werden. Impft man jemanden mit dem
Dreikomponentenlebendimpfstoff und er besitzt gegen eine oder mehrere
Komponenten schon eine natürliche Immunität oder eine alte Impfimmunität, so
ist eine erneute Impfung völlig bedenkenlos: Die bereits vorhandenen Antikörper
inaktivieren dann einfach das Impfvirus – genauso, wie es auch geschehen würde,
wenn ein Geimpfter Kontakt mit dem Wildvirus hat. Ein „Überimpfen“ bei
Masern/Mumps/Röteln ist also unmöglich!