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Gelbfieber in Brasilien - 22.3.2017

Anfang Januar 2017 hat in Brasilien der größte Gelbfieberausbruch seit 30 Jahren begonnen. Mitlerweile sind mehrere Bundesstaaten betroffen, neben Minas Gerais (hauptbetroffen) sind auch Fälle aus Espirito Santo, Bahia, Sao Paulo Tocantins, Rio Grande do Norte und Distrito Federal gemeldet worden. Die Fälle breiten sich kontinuierlich Richtung Atlantikküste aus, mittlerweile sind auch die ersten Fälle im Bundesstaat Rio de Janeiro aufgetreten. 1538 Verdachtsfälle sind bisher gemeldet, 255 Patienten verstorben. In all diesen Gebieten ist die Durchimpfung gegen Gelbfieber gering, es wurden bereits Massenimpfaktionen gestartet. Reisende in diese Bundesstaaten und auch in die Umgebung sollten eine Gelbfieberimpfung .- abgesehen von den traditionellen Gelbfieberzonen Brasiliens wie Manaus - erhalten. Details zur Verbreitung und zu den aktuellen Zahlen finden sich auf der homepage des ECDC.

ZIKA Virus in Mittel- und Südamerika - 30.6.2016

Seit etwa Mitte 2015 breitet sich in Mittel- und Südamerika rasant eine durch Stechmücken übertragene Flavirurserkrankung aus, das ZIKA Virus. An sich handelt es sich um eine harmlose Erkrankung, die für den Menschen praktisch nie bedrohlich wird. Die Hauptsymptome sind Fieber, Muskel- und Gliederschmerzen und Hautausschläge. Die Erkrankung dauert üblicherweise wenige Tage und zeigt üblicherweise keine Spätfolgen, in sehr seltenen Fällen soll es nach Überstehen der Erkrankung zu neurologischen Spätkomplikationen kommen können (Guillain-Barré Syndrom), der Zusammenhang ist bereits schlüssig, jedoch gibt es noch keine präzisen Angaben zum individuellen Risiko.  Daher stellt diese Erkrankung an sich auch keini Hindernis für Reisen  in die betroffenen Verbreitungsgebiete dar.
Allerdings scheint diese Infektion für eine Personengruppe doch gefährlich: Für Schwangere. Es gilt als bewiesen, dass bei Infektionen in der Schwangerschaft (vor allem im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel) die Gefahr für schwere Kindesmissbildungen (Mikrozephalie, Schädelfehlbildung mit neurologischen Schäden) deutlich erhöht wird, es ist bereits der Nachweis von Virusmaterial bei Kindern mit Missbildung aus dem Zentralnervensystem gelungen. So meldet Brasilien seit der Ausbreitung des Virus auf seinem Staatsgebiet eine rund zwanzigfache Zunahme dieser sonst eher seltenen Kindesmissbildung.  Schwangeren von Reisen in Gebiete mit ZIKA-Virus Vorkommen ist daher derzeit abzuraten.

Wenn sich eine Reise nicht vermeiden lässt, sollte möglichst lückenloser Mückenschutz (Repellents, Kleiderimprägnierung) auch tagsüber betrieben werden, da die Überträgermücken tagaktiv sind.

 

Poliofälle in Laos - 24.1.2016

Laos meldet nach langem bedauerlicherweise wieder Poliofälle. Diese Erkrankungen wurden durch ein zirkulierendes Impfpoliovirus hervorgerufen (cVDPV1). 5 Erkrankungen wurden gemeldet, 2 Kinder sind bereits gestorben. Reisende in polioendemische Gebiete sind daher angehalten, unbedingt vor der Abreise den aktuellen Stand ihrer Polioimpfung zu prüfen und gegebenenfalls die Impfung aufzufrischen. Impfdokumente sind auf Grund der derzeitigen Situation auch mitzuführen.

 

 

Pest in Madagaskar - 9.3.2015

Madagaskar ist ein lange bekanntes Endemiegebiet für Pest, immer wieder kommt zum Auftreten von Einzelfällen. Nunmehr ist es seit dem letzten Ausbruch 2013 wieder soweit: Es wurden bislang über 250 Verdachtsfälle gemeldet und über 80 Pesttote. Für touristisch Reisende ist dies keine Gefahr, allerdings seien Individualtouristen und Personen, die in Gesundheitsberufen in Madagaskar arbeiten eindringlich daran erinnert, dass beim Umgang mit möglicherweise Erkrankten Schutzmassnahmen wie Atemmaske und Handschuhe unabdingbar sind. Desgleichen sollte man Haushalte mit  Verdachtsfällen jedenfalls meiden und Quartiere sehr schlechten Standards ebenfalls. Es gibt keine kommerziell verfügbare Impfung.

 

Ebola-Ausbruch in Westafrika - update - 17.11.2014

In mehreren westafrikanischen Ländern, darunter Guinea, Sierra Leone und Liberia sind in den letzten Monaten gehäuft Fälle von Ebola-Infektionen (EVD = Ebola Virus Disease) aufgetreten. Derzeit sind es über 15.000 Fälle rund 30% der erkrankten Patienten sind bereits daran verstorben. Die epidemiologischen Trends zeigen noch kein einheitliches Muster, ob die Epidemie ihren Höhepunkt überschritten hat.
Es handelt sich bei Ebola um ein sogenanntes hämorrhagisches Fieber. Immer wieder sind in den letzten Jahren Kleinraumepidemien aufgetreten, im Kongo, Zaire, Sudan, Uganda, Gabun und anderen afrikanischen Ländern. Diese höchst gefährliche Filovirusinfektion wird nur durch sehr engen Kontakt mit frisch Erkrankten oder deren Ausscheidungen, insbesonders mit deren Blut, übertragen. Es gibt weder eine zugelassene Impfung noch eine medikamentöse Therapie. Für Reisende besteht - soferne sie nicht mit medizinischen Berufen zu tun haben - keine reale Ansteckungsgefahr, daher hat die WHO auch explizit auf eine Reisewarnung verzichtet. Reisen in die betroffenen Gebiete sind aber schon allein auf Grund der chaotischen Allgemeinsituation sicher nicht anzuraten.

Im Zusammenhang mit dem Ebola-Ausbruch sind eine Vielzahl von Unklarheiten und Halbwahrheiten im Umlauf, daher eine Zusammenstellung der wichtigsten facts (Quelle: Tropimed; modifiziert):

- Ebola ist (nach wie vor!) selten

- Eine Übertragung erfolgt nur bei direktem Kontakt mit Körperflüssigkeiten (Blut, Speichel, Erbrochenes, Urin) einer infizierten Person oder eines infizierten Tieres.

- In der Inkubationszeit (also vor Auftreten der klinischen Erkrankung)  ist eine Person nicht ansteckend.

- Eine aerogene Ansteckung ist nicht bekannt.

- Die Inkubationszeit dauert 2 bis max. 21d, danach ist Ebola ausgeschlossen.

 - Symptome sind : Fieber, Schwäche, Muskelschmerzen,  Kopf- oder Halsschmerzen, später  Erbrechen, Durchfall, Ausschlag und ev. Blutungen.

- Personen, die mit Körperflüssigkeiten von Erkrankten in Kontakt gekommen sind, haben ein Risiko.

- Es gibt keinen zugelassenen Impfstoff

- Es gibt keine zugelassene Therapie. Medikamente und Impfstoffe befinden sich im Teststadium.

- Jeder Kontakt zu Erkrankten und deren Körperflüssigkeiten muss vermieden werden.

- Bei Aufenthalt in einem Land mit EVD und entsprechenden Krankheitszeichen innerhalb von 21Tagen soll ein Arzt telefonisch konsultiert werden, damit Massnahmen eingeleitet werden könnten.

Zur Illustration die wichtigsten derzeit betroffenen Gebiete in Westafrika (Quelle: ECDC), in Nigeria sind bislang nur Einzelfälle bekannt:

 Ebola vom 13.11.2014

 

 

Chikungunya in der Karibik - 11.7.2014

Das ECDC weist in mehreren Aussendungen darauf hin, dass auf mehreren karibischen Inseln, in Süd- und in Mittelamerika ein relevanter Ausbruch von Chikungunya-Erkrankungen zu beobachten ist, wobei insgesamt bereits mehr als 800.000 Verdachtsfälle gemeldet wurden. Betroffen sind praktisch alle karibischen Inseln und auch das Festland. Vor allem die Dominikanische Republik meldet über 430.000 Verdachtsfälle. Da die DomRep ein sehr beliebtes Reiseziel ist, wird allen Touristen dorthin dringend empfohlen, konsequent auf Mückenschutz zu achten.

Beim Erreger von Chikungunya handelt es sich um ein Virus, das durch Stechmücken übertragen wird und beim Menschen eine fieberhafte Allgemeinerkrankung hervorruft, die mit deutlichen Gelenkschmerzen und gelegentlich neurologischen Symptomen (deutliche Kopfschmerzen) einhergeht. Die Inkubationszeit ist 2-4 Tage, danach treten Fieber, Hautrötung und massive Muskel- und Gelenkschmerzen auf. Nach einigen Tagen klingen die Beschwerden wieder ab. Nicht lebensgefährlich, aber unangenehm, inbesonders weil die Gelenkschmerzen lange anhalten können (12% haben mehr als 3 Jahre schwere Gelenkschmerzen!). Es sind einige Todesfälle aufgetreten, diese betreffen aber nur Personen, deren Allgemeinzustand schon vorher sehr schlecht war. Mückenschutz sinnvoll, keine Impfung derzeit möglich.

 

Poliomyelitis: Neuerungen Einreisevorschriften für Indien und neue Empfehlungen für Einwohner und Besucher von polioendemischen Ländern - 18.6.2014

Indien hat angesichts der Tatsache, dass das Land seit mehr als 2 Jahren poliofrei ist, stringente Einreisevorschriften für Personen aus polioendemischen Regionen erlassen, damit eine Wiedereinschleppung verunmöglicht wird. So müssen alle Staatsbürger, die aus Ländern kommen, in denen Polio noch endemisch ist (Afghanistan, Pakistan, Nigeria) oder neu aufgetreten ist (Somalia, Kenia, Äthiopien, Syrien) unbedingt eine orale Polioimpfung nachweisen, die wenigstens 4 Wochen alt ist, aber nicht älter als ein Jahr sein darf. Dies gilt zukünftig auch für alle anderen Länder in denen Polio wiederauftritt. Die Bestimmung gilt nicht für Personen europäischer Abstammung, die in polioendemischen Gebieten leben und/oder arbeiten und nach Indien reisen wollen.
Hauptproblem für betroffene Personen (also jene, die aus den Polioländern stammen), die über Europa (so auch über Österreich) nach Indien reisen wollen: Es gibt in Europa keinen oralen Polioimpfstoff mehr, sondern nur die Stichimpfung. Daher: In diesen Fällen die Botschaft kontaktieren.

Angesichts der Polioproblematik in Ostafrika und dem Nahen Osten (siehe dazu news vom 23.11.2013 weiter unten) und den verstärkten Bemühungen der WHO, Polio endgültig auszurotten, wurden von der Weltgesundheitsorganisation neue Empfehlungen hinsichtlich Schutzimpfung für Einwohner und Besucher polioendemischer Länder herausgegeben. Sie sind im deutschen Originalwortlaut hier downloadbar.

 

MERS-CoV: Ein neues Coronavirus - 10.6.2014

Erinnern Sie sich noch an SARS? Die kurzdauernde Epidemie, ausgelöst durch ein neuartiges Coronavirus, die im Jahr 2003 die Welt in Atem gehalten hat und ebenso plötzlich erloschen ist, wie sie aufgetreten ist, war offenbar kein ganz einmaliges Erlebnis.

Seit September 2012 scheint nun ein weitschichtig verwandtes Coronavirus, das MERS-CoV ("middle eastern respiratory syndrome coronavirus") mit durchaus ähnliches Charakteristika wieder aufzutreten. Fokussiert vor allem auf die arabische Halbinsel, mit besonderer Häufung in Saudi Arabien und hier wiederum um al-Asha sind insgesamt mit Anfang Juni  665 Personen im Sinne einer schweren Infektion der Atemwege (Lungenentzündung) erkrankt und 205 davon gestorben. Mehrere Fälle wurden aus dem Ursprungsgebiet in andere Länder exportiert, nach England, Deutschland, Frankreich, Tunesien und Einzelfälle in andere Länder. Die Übertragbarkeit der Erkrankung ist offenbar von Mensch zu Mensch sehr eingeschränkt, einige cluster wurden beschrieben, sehr ähnlich dem seinerzeitigen SARS. Sekundärfälle aus Ländern, in denen die Erkrankung eingschleppt wurde, sind nicht bewiesen.

Was bedeutet dies nun?
Eine Hysterie, wie seinerzeit bei SARS, ist nach derzeitigem Wissensstand denkbar unangebracht. Die Ansteckungsgefahr ist dermassen gering, dass eine allgemeine Reisewarnung derzeit als grober Unfug einzustufen wäre. Relevant ist diese neue Erkrankung also vorläufig nur als Differentialdiagnose bei schwer kranken Heimkehrern aus den typischen Verbreitungsgebieten vor allem im Spitalsbereich.
Eine genaue Beobachtung der weiteren Entwicklung durch die WHO, die diesen Ausbruch sehr ernst nimmt, ist gegeben. Der wesentliche Unterschied zu SARS: Diesmal kennt man den Feind schon ein bisschen genauer und kann besser und vor allem schneller reagieren. Für Interessierte der Link zur Reiseempfehlung der WHO.

Reisende sollten derzeit diese Entwicklung zwar beachten, eine Konsequenz im Sinne einer Änderung geplanter Reisen ist nicht nötig.Allerdings wird im Zusammenhang mit den bevorstehenden Pilgereisen folgenden Personen von der Reise abgeraten: Senioren, chronisch Kranken (z.B.Herzleiden), Schwangeren und (Klein-)Kindern. Natürlich sollten Reisende in die Verbreitungsgebiete persönliche Hygiene (v.a. Händewaschhygiene)  und Nahrungsmittelhygiene noch ernster als sonst nehmen.

 

Tödliche Zwischenfälle nach Tollwutimpfung in Indien - 10.3.2014

Ein in Indien hergestellter Tollwutimpfstoff, AbhyaRab, der üblicherweise in Punjab vertrieben wird, hat zu schweren Arzneimittelreaktionen, in einigen Fällen mit tödlichem Ausgang, geführt. Die Ursache ist noch unklar, der Impfstoff darf nicht mehr verwendet werden. Allen Reisenden, die ohne Tollwutimpfung nach Indien fahren, sei ans Herz gelegt, dass sie im Falle einer notwendigen Versorgung mit einem Tollwutimpfstoff sehr auf dessen Provenienz achten. Besser: Vor Abreise in Österreich impfen lassen!

 

Zika-Virus in Chile, Französisch Polynesien und Neukaledonien - 10.3.2014

Ein echter Exote,das Zika-Virus, macht ein wenig von sich reden. Es handelt sich um eine durch Stechmücken übertragene Viruserkrankung, die beim Menschen eine relativ milde verlaufende fieberhafte Allgemeinerkrankung mit Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie einer Augenbindehautentszündung und gelegentlichen Hautausschlägen hervorruft. Interessant sind diese Berichte v.a. weil die jetzt beschriebenen Regionen bisher frei von dieser Infektion waren, die Erkrankung kam v.a. in Afrika vor. Die Symptome dauern nur wenige Tage und klingen rasch ab. Wesentlich ist die Abgrenzung von Dengue-Infektionen. Es gibt weder eine Prophylaxe (ausser Mückenschutz) noch eine Impfung.

Poliomyelitis in Kenia, Somalia, Südsudan Äthiopien und Kamerun, neue Fälle in Syrien - 23.11.2013

Neben den „traditionellen“ Polioländern Nigeria, Pakistan und Afhanistan meldet sich die Polio auch andernorts zurück:  Viele Jahre lang war Kinderlähmung kein Thema mehr im ostafrikanischen Raum. Leider hat sich das als trügerisch herausgestellt: Somalia hat seit April 2013 175 Fälle von Polio gemeldet, Kenia 14 und nun meldete auch Äthiopien bereits 4 Fälle. Zudem sind mit Ende September mehrere Fälle (3) von Polio im Südsudan bestätigt worden. Am 22.11. wurden schliesslich 2 Poliofälle im Kamerun (Nachbarland des polioendemischen Nigeria) gemeldet.

Damit ist ein großer Teil der Regionen rund um das Horn von Afrika nunmehr von diesem Polioausbruch betroffen. Klinische Fälle von Polio sind zudem immer nur die Spitze des Eisberges: Nur einer von etwa 200 Infizierten erkrankt und ausserdem sind in diesen Ländern große Teile der Bevölkerung geimpft. Das bedeutet, dass die Zirkulation des Poliovirus in diesen Ländern beträchtlich sein muß und daher auch eine Gefährdung für Touristen darstellt. Polio wird v.a. durch kontaminiertes Trinkwasser (Polioviren werden mit dem Stuhl Infizierter ausgeschieden) übertragen, aber auch durch engen Haushaltskontakt.

Allen Reisenden sei daher ans Herz gelegt, für eine gültige Polioimpfung bei Reise in eines der genannten Länder unbedingt Sorge zu tragen.

Eine weitere beunruhigende Nachricht stammt aus Israel: Sowohl in Israel, als auch in West Bank und Gaza wurde WPV1 (Polio Wildvirus Typ1) in Abwasserproben gefunden und zwar in insgesamt 98 Fällen. Dies in der Zeit bis zum 25.August. Bisher – und dies ist der guten Infrastruktur zur Abwasserentsorgung in Israel zu danken und den Anstrengungen durch Impfaktionen – snd aus dieser Region keine humanen Fälle von Polio aufgetreten. Auch für Israel gilt jedoch eine Impfempfehlung für Reisende.

Besondere Beachtung verdient die offenbar recht prekäre Situation in Syrien: Mittlerweile sind 10 Fälle von akuter Poliomyelitis in Syrien bestätigt worden, es besteht der Verdacht noch bei weiteren rund zwei Dutzend Fällen. Angesichts der desolaten medizinischen und sozialen Situation in Syrien ist nicht zu erwarten, dass dieses Problem konsequent angegangen werden kann, weshalb mit einer Ausbreitung der Polio ebendort gerechnet werden muß. In diesem Zusammenhang sei allen Reisenden in die Region dringend die Notwendigkeit eines aufrechten Polioschutzes ans Herz gelegt.

Informationen zu diesem Thema sind upgedated unter http://www.polioeradication.org/Dataandmonitoring/Poliothisweek.aspx abrufbar.

Herpes Zoster - Gürtelrose - 29.10.2013

Nach einer langen Wartezeit ist nunmehr der Herpes Zoster-Impfstoff (Zostavax®) wieder verfügbar. Die Impfung (einmalige Impfung mit einem Lebendimpfstoff) wird für gesunde Erwachsenen >50 Jahren, die eine Varizelleninfektion durchgemacht haben, empfohlen. Das gilt auch für Personen, die bereits eine Gürtelrose hatten.

Cholera in der Dominikanischen Republik - 1.9.2013

Nach Kuba hat es nun auch den Nachbarn erwischt: Die DomRep meldet aus der Umgebung von San Cristobal Cholerafälle. Zur Zeit sind knapp über 90 Fälle bekannt. Für Touristen bedeutet dies zunächst nur, dass verstärktes Augenmerk auf persönliche Hygiene und Nahrungsmittelhygiene gelegt werden sollte - siehe dazu unter Kuba.

Cholera in Kuba - 23.8.2013

Schon seit mehreren Monaten wurden aus Kuba immer wieder Cholerafälle gemeldet. Nunmehr informiert das amerikanische CDC über einige Fälle von Cholera bei Touristen nach Kuba und empfiehlt allen Reisenden dorthin, sehr genau auf persönliche Hygiene (Händewaschen!) und Nahrungsmittelhygiene (keine rohen Nahrungsmittel - ganz besonders traditionelle Fischgerichte und Salate, kein Essen von Marktständen und auch Vorsicht bei Hotelbuffets) zu achten. Das gilt somit auch für alle österreichischen Reisenden. Eine generelle Impfempfehlung leitet sich daraus nicht ab, besonders vorsichtigen Reisenden kann man die Impfung aber durchaus anraten.

Denguefieber in Mittel- und Südamerika - 31.07.2013

Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation hat für die kommenden Monate eine Dengue-Warnung für weite Teile Mittel und Südamerikas sowie die Karibik herausgegeben. Details siehe dazu auf der PAHO. Insbesondere gilt dies auch für Honduras. Allen Reisenden sei daher Mückenschutz besonders ans Herz gelegt.

Krim Kongo Fieber im Kosovo - 02.07.2013

Eine durch Zecken übertragene, beim Menschen schwere und in ca 10-15% der Fälle tödlich verlaufende Erkrankung tritt immer wieder in zyklischen Mustern auch in Teilen Südeuropas, der Türkei, Russlands u.a. auf: Das Krim Kongo hämorrhagische Fieber, das durch ein Virus ausgelöst wird und praktisch unbehandelbar verläuft.
Diesmal ist offenbar der Kosovo betroffen, bereits 5 Todesfälle sind berichtet. Auch in der Türkei sind jüngst mehrere Fälle wieder aufgetreten. Personen, die mit Nutztieren viel Kontakt haben (Bauernhöfe etc) sollten repellents gegen Zecken verwenden, ebenso Wanderer oder Naturliebhaber, die sich unter sehr ländlichen Bedingungen aufhalten. Bei plötzlichem Auftreten von hohem Fieber mit Kopf- und Rückenschmerzen sollte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommenwerden.

Rötelnausbruch in Polen - 24.06.2013

Es ist schon sehr ungewöhnlich, wenn hier über eine klassische Kinderkrankheit berichtet werden muss, die impfpräventabel ist - wenn man nur ordentlich impft.
Polen hat seit dem Jahresbeginn 2013 eine ausgedehnte Rötelnepidemie mit bis dato über 26.000 Fällen. Obwohl Röteln an sich harmlos sind, bergen sie eine echte Gefahr: Bei nicht immunen Schwangeren kann in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten eine frische Rötelininfektion zu schweren Kindesmissbildungen führen.

Daher: Frühschwangere sollten nur dann nach Polen fahren, wenn sie sich sicher sind, gegen Röteln immun zu sein. Personen mit polnischem Migrationshintergrund sollten dringend prüfen, ob sie gegen Röteln geimpft sind - wenn sie sich bei einer Reise in die Heimat infizieren, dann können sie die Infektion nach Österreich bringen und hier ev. nichtimmune Schwangere anstecken.

Denguefieber in Mittel- und Südamerika - 24.06.2013

Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation hat für die kommenden Monate eine Dengue-Warnung für weite Teile Mittel und Südamerikas sowie die Karibik herausgegeben. Details siehe dazu auf der PAHO. Allen Reisenden sei daher Mückenschutz besonders ans Herz gelegt.

Denguefieber in Angola - 24.06.2013

An sich ist Denguefieber heute bereits eine der bekanntesten reiseassoziierten Infektionen, allerdings war der afrikanische Kontinent bis auf wenige Foci ausgespart. Nun ist ein relevanter Ausbruch von Denguevirus Typ 1 aus Angola zu berichten, es sind bereits fast 600 suspekte Fälle (davon 300 bestätigt) aus dem Gebiet der Provinz Luanda mit der gleichnamigen Hauptstadt berichtet.
Damit wird man als Tourist auch diesem Umstand durch verstärken Mückenschutz Rechnung tragen müssen.

Gelbfieber in Äthiopien und im Kongo - 24.06.2013

Im Mai 2013 wurden in Äthiopien 6 Fälle von akutem Gelbfieber registriert. Das Gesundheitsministerium des Landes hat zusammen mit der WHO eine Impfkampagne gestartet, die über eine halbe Million Menschen inkludieren wird.
Für Äthiopien wird ohnedies immer eine Gelbfieberimpfung angeraten, es ist davon auszugehen, dass die Impfung derzeit vor allem auch für Personen, die in andere afrikanische Länder weiterreisen, verpflichtend ist.

Auch die DR Kongo meldet insgesamt 6 neue Gelbfieberfälle. Auch hier ist eine Impfaktion im gange.

Neue "Vogelgrippe" in China - 24.05.2013

Mehr als 110 Personen sind in China an einem neuen Influenza-Stamm, der sonst üblicherweise nur im Vogelreich vorkommt und als H7N9 bezeichnet wird, erkrankt. Über 30 Personen sind mit heutigem Stichtag bereits an der Infektion verstorben. Damit erweist sich dieser Stamm als ähnlich bösartig wie die ursprüngliche Vogelgrippe, H5N1. Auch die übrigen Charakteristika ähneln sehr der H5N1 Vogelgrippe: Sehr schwerer klinischer Verlauf, aber geringe Infektiosität, insbesondere keine oder nur eingeschränkte Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch. Infektionsquelle ist wieder einmal Federvieh, besonders Hühner.
Die Erkrankungen sind v.a. in Shanghai, Jiangsu, Anhui und Zhejiang aufgetreten.
Als Vorsichtsmassnahmen seine angeführt: Kein Besuch von Geflügelfarmen, kein Berühren von Geflügel, Vögeln, Schweinen. Meiden von sogenannten "live markets". Nur gekochtes/gebratenes Hühnerfleisch essen, Händewaschhygiene einhalten, keine Nahrungsmittel von Strassenhändlern.

Die Gefährdung wird derzeit als minimal bis nahezu nichtexistent für Reisende eingestuft, daher wäre jede Reisewarnung überzogen. Sollte man im Anschluss an eine Chinareise plötzlich mit hohem Fieber und Influenzasymptomen erkranken, so ist es sinnvoll, einen Spezialisten zu kontaktieren (Infektiologen).
Die saisonale Grippeimpfung schützt nicht gegen diesen Stamm.

Impfplan 2013 online - 18.02.2013

Der österreichische Impfplan 2013 ist online.

Denguefieber in Madeira - 18.02.2013

Die Denguefieber Epidemie in Madeira geht trotz der Wintermonate weiter. Mittlerweile sind 2164 Fälle seit Beginn des Ausbruchs gemeldet, die Übertragungsaktivität ist natürlich in den Wintermonaten reduziert. Trotzdem sind seit Anfang 2013 bereits 28 Fälle gemeldet worden. Erfreulicherweise sind bisher keine Todesfälle zu verzeichnen gewesen. 78 Fälle von Dengueinfektionen wurden von Reisenden, die zuvor in Madeira waren, in anderen europäischen Ländern gemeldet, davon 23 in England und 19 in Deutschland. Immerhin 2 Fälle wurden auch in Österreich diagnostiziert, die aus dieser Region stammen.

Es empfiehlt sich also weiterhin und somit auch in der kalten Jahreszeit, in Madeira aktiven Mückenschutz mit repellents zu betreiben. Im Hinblick auf die besonders reizvolle Frühlingszeit in Madiera sei schon jetzt auf entsprechende Mückenschutzmassnahmen bei Reisen nach Madeira hingewiesen.

Gelbfieber im Sudan - 18.02.2013

In der Region Darfur grassiert seit einiger Zeit Gelbfieber, teilweise auch im Grenzgebiet zum Tschad. Nach wie vor sind Fälle zu verzeichnen. Die Region ist touristisch nicht interessant, für Angehörige von Hilfsdiensten etc. gilt, dass eine Gelbfieberimpfung obligatorisch ist.

Marburg Virus Ausbruch in Uganda - 06.11.2012

Das Marburg Virus zählt zu den wichtigsten Erregerns eines schweren viralen hämorrhagischen Fiebers. Uganda ist eines der bekannten Verbreitungsgebiete. Nunmehr sind mehrere Erkrankungsfälle (ca 20 Fälle, 9 Tote) in fünf Bezirken Ugandas gemeldet worden. Die Distrikte sind: Kabale, Kampala, Ibanda, Mbarara und Kabarole. Da v.a. Kabale auch touristisch als stop over für Berggorilla-Touren verwendet wird, hat das CDC eine Warnung lanciert, die allen Reisenden anrät, vorsichtig zu sein, insbesondere keine Krankenbesuche zu machen und Fledermäuse sowie Höhlen, in denen diese leben, zu meiden. Auch Affen soll man nicht zu nahe kommen.
Eine allgemeine Reisewarnung besteht nicht und wäre auch sicher überzogen, da die Erkrankung trotz des jetzigen Auftretens sehr selten ist und eigentlich nur bei blutigem Kontakt übertragen werden kann.