30.1.2012   NEUER ÖSTERREICHISCHER IMPFPLAN ONLINE

Der österreichische Impfplan 2012 ist mit sofortiger Wirkung in Kraft und online abrufbar:
http://bmg.gv.at/cms/home/attachments/3/3/6/CH1100/CMS1327680589121/impfplan_2012_final,_barrierefrei.pdf

 

12.12.2011   FLEDERMAUS_TOLLWUT IN ECUADOR

Das Gesundheitsministerium von Ecuador berichtet über mehr als 10 Todesfälle bei Menschen, die von Fledermäusen in einem Gebiet ca. 260km südöstlich der Hauptstadt gebissen wurden. Für Touristen bedeutet das, dass besondere Vorsicht geboten ist, wenn traditionelle Domizile von Fledermäusen besucht werden (Höhlen etc) und dass jeder derartige Tierkontakt unbedingt entsprechend zu versorgen ist. Die vorsorgliche Impfung ist angeraten.

 

10.11.2011   MASERN: EINE BEACHTLICHE EPIDEMIE IST IM GANGE

Maserninfektionen sind in jenen Ländern, die eifrig impfen (Östereich gehört hier nicht so ganz dazu..) sehr selten geworden. Das hat dazu geführt, dass die Weiterführung der Masernimpfung gepaart mit resentiments in der Bevölkerung nachlässiger gehandhabt wurde. Und das hat jetzt leider fatale Folgen. Wie aus untenstehender Karte der WHO ersichtlich, erleben derzeit viele Länder einen Masernausbruch, darunter auch zahlreiche europäische Länder. Aber auch einige Reiseländer, wie z.B China, Teile Südostasiens u.a. haben viele Fälle. Damit wird für nichtimmune Reisende Masern ein echtes Problem. Ganz entgegen der landläufigen Meinung sind die Masern nämlich durchaus keine harmlose Kinderkrankheit, etwa 1 Patient von 1.000 stirbt daran, weiters sind Gehirnhautentzündung oder Lungenentzündung häufige Komplikationen.

An dieser Stelle wird vor allem deshalb auf diese Gefahr  hingewiesen, weil in den späten Achtziger und tw. in den Neunziger Jahren in Österreich die Kinder nicht - wie heute gängige Praxis - zweimal gegen Masern und Mumps geimpft wurden, sondern nur einmal. Damit ist bei dieser Generation der heute 15-30 Jährigen mit ziemlichen Impflücken zu rechnen, d.h. bei vielen besteht keine Immunität. Auch Personen der Geburtenjahrgänge 1966-1976 sind auf Grund der damaligen Verwendung eines inaktivierten Impfstoffes mit grosser Wahrsheinlichkeit nicht mehr immun. Personen/Reisende, die sich nicht absolut sicher sind (Impfpass!!), dass sie zweimal gegen Masern und Mumps geimpft wurden, sollten eventuell fehlende Impfungen unbedingt nachholen. Die Impfung ist für Erwachsene harmlos und kann mit den meisten Reiseimpfungen zeitgleich verabreicht werden.

 

 

10.11.2011   AUSWIRKUNGEN DER ÜBERFLUTUNGEN IN THAILAND

Die desaströsen Überflutungen in Thailand ziehen nun immer mehr die Infrastruktur in Mitleidenschaft: Untersuchungen der lokalen Gesundheitsbehörden haben bereits jetzt ergeben, dass Trinkwasser häufig mit Fäkalkeimen verunreinigt ist, darunter zahlreiche Proben mit Durchfallerregern. Ausserdem sind die ersten Fälle von Leptospirose aufgetreten, einer durchaus lebensgefährlichen Erkrankung, die eng mit den Überflutungen in Zusammenhang steht.
In der Folge wird in den nächsten Wochen durch die verbesserten Brutmöglichkeiten für Stechmücken (Wasseransammlungen) mit einem erneuten Aufflackern bzw. Zunamhe von Dengue-Infektionen gerechnet.
Thailandreisenden sei daher angeraten, erhöhte Vorsicht in bezug auf Nahrungsmittel und Trinkwasser walten zu lassen und Mückenschutz zu betreiben. Es ist damit zu rechnen, dass diese Gefährdungen noch mehrere Wochen andauern werden.

 

10.11.2011   JAPAN ENCEPHALITIS IN INDIEN/UTTAR PRADESH, BIHAR UND NEPAL

Fast genau vor einem Jahr (siehe unten) wurde hier über eine Japan Encephalitis Epidemie in Uttar Pradesh und in Assam berichtet. Für heuer lässt sich diese Meldung noch erweitern: Auch die Provinz Bihar und die an Indien grenzenden Provinzen Nepals sind betroffen. Bislang sind bereits mehrere hundert Personen an der Erkrankung verstorben.
Für Reisende in diesen Bundesstaat wird derzeit die Impfung gegen Japan Encephalitis dringend empfohlen.
 
     
21.9.2011    POLIOMYELITIS

...ist nach wie vor nicht ausgerottet!
Erneut sind Fälle aus einem Land gemeldet worden, in dem die Polio bereits erfolgreich eliminiert war: Kenya. Seit einiger Zeit beobachten die Gesundheitsbehörden Einzelfälle, ursprünglich vermutlich aus Nachbarländern importiert, in der Western Province des Landes.
zur Erinnerung an diese immer noch in einigen Ländern endemische Erkrankung eine aktuelle Karte der WHO, in der die rezenten Fälle in Kenia noch nicht eingezeichnet sind
Die Impfempfehlung für Fernreisende (Aufrischung alle 10 Jahre) bleibt daher nach wie vor aufrecht.

 

     
04.09.2011   MALARIA IN GRIECHENLAND

In den letzten Jahren wurden vereinzelt immer weider autochthone Malariafälle in Griechenland (Malaria tertiana, P.vivax) beobachtet, obwohl Griechenland seit 1975 bereits offiziell malariafrei ist. Eine letzte Häufung von Fällen wurde zwischen Juni und August 2011 mit insgesamt 6 Erkrankungen  aus dem Bereich des Peloponnes beobachtet.
Dies ist kein Grund zur Sorge für Touristen, sollte jedoch bei der Abklärung von Fieber nach Griechenlandurlaub auf dem Peloponnes zukünftig mitberücksichtigt werden. Für Touristen ergibt sich als Konsequenz, dass aktiver Mückenschutz empfehlenswert ist.
 

 

     
15.7.2011   CHOLERA/DOMINIKANISCHE REPUBLIK

Im Gefolge der Choleraepidemie in Haiti, die im Juni mit 1.700 Krankheitsfällen pro Tag (!) einen neuen Höhepunkt erreichte, sind auch in der Dom.Rep. bereits über 10.000 Fälle insgesamt berichtet, meist imortiert durch Grenzübertritte, jedoch auch im Land weitergegeben. Zu betonen ist hier nochmals, dass die Cholera eine Krankheit der "armen Leute" ist, also zumeist in schlecht entwickelten und sanitärhygienisch unterversorgten Gebieten auftritt, die es natürlich auch auf der Dom.Rep. gibt. Die touristischen Hochburgen sind davn so gut wie nicht betroffen. Trotzdem sollten Reisende ein Mindestmass an Nahrungsmitte- und Trinkwasserhygiene unbedingt beachten. Für eine Impfug besteht an sich keine Indikation, ängstliche Naturen können damit aber ihr Sicherheitsbedürfnis stillen.

 

23.5.2011    CHIKUNGUNYA AUF DEN SEYCHELLEN

Nachdem bereits 2006 über 2000 Erkrankungsfälle von Chikungunya von den Seychellen gemeldet wurden, ist die Infektion nun wieder gehäuft aufgetreten. Mehr als 100 Fälle wurden von den Seychellen und Madagaskar gemeldet.

Beim Erreger von Chikungunya handelt es sich um ein Virus, das durch Stechmücken übertragen wird und beim Menschen eine fieberhafte Allgemeinerkrankung hervorruft, die mit deutlichen Gelenkschmerzen und gelegentlich neurologischen Symptomen (deutliche Kopfschmerzen) einhergeht. Die Inkubationszeit ist 2-4 Tage, danach tritt Fieber, Hautrötung und massive Muskel- und Gelenschmerzen auf. Nach einigen Tagen klingen die Beschwerden wieder ab. Nicht lebensgefährlich, aber unangenehm, inbesonders weil die Gelenkschmerzen lange anhalten können (12% haben mehr als 3 Jahre schwere Gelenkschmerzen!). Es sind einige Todesfälle aufgetreten, diese betreffen aber nur Personen, deren Allgemeinzustand schon vorher sehr schlecht war. Mückenschutz sinnvoll, keine Impfung möglich.

 
4.5.2011   GELBFIEBER IN KENYA

Eine rezente Meldung der kenianischen Gesundheitsbehörden: Im Baringo-District (westliches Kenya) sind mehrere Gelbfieberfälle aufgetreten. Bisher gibt es noch keine genaueren Details. Reisende, die sich tief im Landesinneren bewegen, sollten die Gelbfieberimpfung jedenfalls durchführen lassen.

 

3.2.2011   GELBIEBER IN NORDUGANDA UND IN  DER ELFENBEINKÜSTE

Über 40 Jahre lang gab es im nördlichen Uganda keine Gelbfieberfälle. Nunmehr meldet das ugandische Gesundheitsministerium, dass in insgesamt 10 Bezirken Nordugandas mehr als 200 Fälle aufgetreten sind und bereits 49 Personen gestorben sind. Man muss davon ausgehen, dass eine hohe Dunkelziffer an nicht gemeldeten Fällen gegeben ist.
Mit 28.1. wurde eine Impfpflicht verhängt, die insbesonders auch Reisende betrifft, die von Uganda in andere ostafrikanische Staaten reisen. Derzeit ist daher vorsichtshalber davon auszugehen, dass für alle anliegenden Staaten eine Gelbfieberimpfung als verpflichtend anzusehen ist, das gilt auch für Sansibar.

Ebenfalls im Norden, aber diesmal in der Elfenbeiküste, gibt es jüngst Fälle von Gelbfieber, die Behörden identifizierten die Distrikte Beoumi und Katiola sowie Seguela und Mankono als Herde.  Die Elfenbeinküste schreibt die Gelbfieberimpfung vor.

 

24.1.2011   TOLLWUT IN BALI

Bereits vor einiger Zeit gabe es Meldungen über eine Reintroduzierung der Tollwut nach Bali und massiven Auswirkungen dieser Erkrankung. Immer wieder gab es humane Todesfälle und die Impfversorgung war vor allem in Bezug auf die Verfügbarkeit von Tollwutimmunglobulin recht schlecht. Im Laufe der letzten Monate schien eine Beruhigung der Situation einzutreten.
Nunmehr jedoch gibt es erneut Grund zur Sorge: Einige kleine der Südküste vorgelagerte Inseln, die bisher als rabiesfrei galten, sind offenbar durch dorthin verbrachte infizierte Hunde nun ebenfalls betroffen und es gab auch schon zwei menschliche Todesfälle. Die Situation ist also nach wie vor nicht bereinigt.
Es wird daher allen Balireisenden, besonders auch für Kinder, die vorbeugende Tollwutimpfung angeraten, da vorbeugend Geimpfte keine Immunglobuline mehr im Falle eines Bisses benötigen.

 

13.1.2011   DENGUE UPDATE

Denguefieber ist sehr weit verbreitet, weshalb in den "breaking news" nur über touristisch relevante und besorgniserregende Neuerungen berichtet wird.
Diesnmal kommen vermehrt Berichte über schwere Verläufe von Dengue-2 Infektionen aus dem Raum Iquitos in Peru, eine Region, die touristisch sehr bedeutsam ist.Auch in der Region Iguacu bzw. Corrientes im Dreiländereck Brasilien/Argentinien/Paraguay schient es erneut zu erhähter Dengueaktivität zu kommen.
In Asien scheint sich die Situation in Kambodscha ein wenig zu bessern, dafür sind vermehrt Fälle in New Delhi gemeldet worden.

 

27.1.2011   GELBIEBER IN NORDUGANDA UND IN  DER ELFENBEINKÜSTE

Über 40 Jahre lang gab es im nördlichen Uganda keine Gelbfieberfälle. Nunmehr meldet das ugandische Gesundheitsministerium, dass in insgesamt 10 Bezirken Nordugandas mehr als 200 Fälle aufgetreten sind und bereits 49 Personen gestorben sind. Man muss davon ausgehen, dass eine hohe Dunkelziffer an nicht gemeldeten Fällen gegeben ist.
Es besteht derzeit noch keine Impfpflicht für die Gelbfieberimpfung, jedoch der dringende Rat, diese vornehmen zu lassen. Bei Ausbreitung der Epidemie ist davon auszugehen, dass eine Impfpflicht erlassen wird.

 

28.11.2010

 

  POLIOMYELITIS IN TADJIKISTAN, POLIOAUSBRUCH IM KONGO


Die Situation hinsichtlich Kinderlähmung in Tadjikistan hat sich nunmehr beruhigt, der lokale Krankheitsausbruch war mit über 500 Krankheitsfällen, mehr als 180 davon bestätigt und 15 Todesfällen beachtlich. Seit Mitte Juli sind keine neuen Fälle mehr aufgetreten.

Afrika muss ebenfalls erneut einen schweren Rückschlag bei der Poliobekämpfung hinnehmen: Nachdem der Kongo seit 2000 frei von Polio war, sind seit 5.11. wieder Fälle aufgetreten, mittlerweile sind es über 400 und fast 170 Todesfälle. Poliovirus Typ 1 ist verantwortlich.

Reisende in diese Regionen sollten jedenfalls den Polioschutz überprüfen und gegebenenfalls auffrischen.

 

     
17.11.2010   CHOLERA IN HAITI

Wie aus medialer Berichterstattung bekannt, herrscht auf Haiti eine Choleraepidemie. Im Zuge dieses Ereignisses wird oftmals die Frage gestellt, wie ernst diese Bedrohung auch für das Nachbarland, die Dominikanische Republik, anzusehen ist. Da die DomRep eine touristische Hochburg mit guter Infrastruktur ist (ganz im Gegensatz zu Haiti!), ist eine Ausbreitung der Cholera auf die DomRep unwahrscheinlich. Einzelfälle werden jedoch mit Sicherheit immer wieder vorkommen, da sehr viele haitianische Gastarbeiter in der DomRep arbeiten und daher die Infektion "mitbringen" können.
Daraus leitet sich ab, dass für touristisch in die DomRep reisende Personen derzeit keinerlei Gefährdung hinsichtlich Cholera besteht und sich auch für die Cholera-Schluckimpfung keine medizinische Indikation ergibt. Reisende sollten allerdings grundsätzlich mehr auf allgemeine Hygienerichtlinien wie Händewaschhygiene und Nahrungsmittelhygiene achten (näheres dazu auf dieser homepage im Unterkapitel Reisemedizin)
Reisenden nach Haiti ist die Choleraimpfung jedoch anzuraten.

 

9.10.2010   ERSTE FÄLLE VON DENGUEFIEBER UND CHIKUNGUNYA IN SÜDFRANKREICH SOWIE DENGUEIN KROATIEN

Mitte September wurde zum ersten Mal ein Fall von Denguefieber bei einem Mann in Nizza diagnosiziert, der mit Sicherheit in der Region übertragen wurde. Zusätzlich wurden vor wenigen Tagen zwei Fälle von Chikungunya-Fieber in der Gegend von Frejus diagnostiziert, ebenfalls mit Sicherheit autochthone Fälle. Da bereits seit 2004 Aedes albopictus ("Tigermücke") in Frankreich heimisch ist und diese Mückenart die genannten Viruserkrankungen zu übertragen imstande ist, war es nur eine Frage der Zeit, bis es zum Auftreten erster Fälle kommt.
Auch in Kroatien ist erstmals eine autochthone Übertragung von Dengue beobachtet worden: Ein deutscher Tourist wurde in der Gegend um Dubrovnik infiziert.
Diese Entwicklung ist zwar nicht besorgniserregend, jedoch zeigt sie deutlich, dass mediterrane Küstengebiete in Zukunft verstärkt auf solche Entwicklungen hin beobachtet werden müssen, um eine Ausbreitung der Erkrankungen zu verhindern.

 

18.9.2010   WEST-NIL-FIEBER in GRIECHENLAND; EINZELFÄLLE AUCH RUMÄNIEN; UNGARN UND ITALIEN

Anfang August 2010 berichtete das zuständige Ministerium in Griechenland über einen Ausbruch von West-Nil-Fieber in Zentralmazedonien (Nordgriechenland). Bisherige Fälle in Griechenland wurden nur bei Tieren registriert, die derzeitigen Fälle sind die ersten bestätigten beim Menschen (Referenzlabor für Arboviren Thessaloniki). Die ersten betroffenen Personen wurden mit Symptomen einer Menigoencephalitis hospitalisiert. Zum Stichtag 15.9.2010 sind 223 Erkrankungen mit 23 Todesfällen bekannt. Die Mehrzahl der Fälle hatte zentralnervöse Manifestationen, betroffen waren vor allem ältere Menschen.
Bekämpfungsmaßnahmen: Insektenbekämpfung, Forcierung der epidemiologischen Überwachung, Schulung des medizinischen Personals und Aufklärung der Bevölkerung

Das Risiko für Griechenlandreisende ist gering. Bei Reisen durch das betroffene Gebiet ist eine Expositionsprophylaxe (lange Kleidung, Mückenschutz-Präparate, ...) zu empfehlen.

In den anderen Ländern handelt es sich um Einzelfälle, die epidemiologisch unbedeutend sind. Ausserhalb der EU sind auch in der Türkei, Russland und Israel Fälle gemeldet worden.

Für Profis: Dazu gibts auch eine Publikation in  Eurosurveillance

 

     
31.8.2010   DENGUE FIEBER IN THAILAND

Thailand meldet heuer ganz besonders viele Fälle von Denguefieber, insgesamt bereits über 50.000. Die regionen Chiang Mai, Chantanburi, Pattani und Narathiwat (als touristisch besonders interessant) sind stark betroffen. Da die Regenzeit (bis Oktober) zusätzlich zu einer Zunahme der Mückendichte führt, wird ein noch stärkerer Anstieg der Fälle befürchtet.

 

16.8.2010   MULTIRESISTENTE ERREGER AUS INDIEN UND PAKISTAN

Einigen Berichten zufolge sind mehrere Fälle von Infektionen mit multiresistenten bakteriellen Erregern bei Personen aus dem Raum Indien und Pakistan gemeldet worden, bei denen die Patienten auf Grund der Unbehandelbarkeit der Infektion auch verstorben sind. Es handelt sich dabei um gramnegative Enterobacteriaceae (v.a. E.coli und K.pneumoniae), die an sich schon vielfach multiresistent sind und nun zusätzlich auch noch NDM-1 (New Delhi metallo betalactamase) produzieren. Damit sind diese Keime auch resistent gegen Carbapeneme, die vielfach die letzte "Verteidigungslinie" in der Antibiotikatherapie darstellen. Jedoch: die meisten der isolierten Keime waren auf Colistin und Tigezyklin empfindlich.
Diese Keime kann man beim bei verschiedensten Krankheiten finden, wie z.B Durchfällen, Lungenentzündugnen, grossflächigen Wunden und als Sekundärinfektionen bei Operationen.

Diese sehr theoretische Vorgeschichte nun versuchsweise aufgelöst: Es handelt sich um klassische nosokomiale (krankenhausassoziierte) Keime, die sehr selten auftreten. Es besteht daher keine Gefahr für z.B Reisende nach Indien. Eine gewisse Gefährdung besteht aber, wenn man dort ins Krankenhaus muss, oder wenn man als "medizinischer Tourist" gezielt in Gebiete fährt, wo diese Keime häufiger sind, um sich dort einer (in Europa vielleicht zu  kostspieligen) Operation zu unterziehen. Für den Umgang mit Patienten, die unter einer solchen Infektion  leide, gilt natürlich strengste Hygiene und Infektionsprophylaxe.

 

30.6.2010

 

  POLIOMYELITIS IN TADJIKISTAN


Die Situation hinsichtlich Kinderlähmung in Tadjikistan hat sich weiter verschlechtert, es ist von über 500 Krankheitsfälle, mehr als 180 davon bestätigt und 15 Todesfällen mittlerweile die Rede.. Es wurde Poliovirus Typ 1 nachgewiesen. Die Fälle sind in 24 von 68 Provinzen aufgetreten, der Südwesten und Dushanbe sind hauptbetroffen Die WHO hat sofort mit Massenimpfaktionen begonnen. Für Reisende gilt eine entsprechend ernstzunehmende Impfempfehlung. Mittlerweile sind auch einige nach Russland importierte Fälle von Polio gemeldet , was die Bedeutung dieses Ausbruchs unterstreicht. Reisende in diese Region sollten jedenfalls den Polioschutz überprüfen und gegebenenfalls auffrischen.

 

     
30.6.2010

WICHTIGE „OUTBREAK“ NEWS

MENINGOKOKKENMENINGITIS IN AFRIKA
Die jahrezeitlich bedingt aufgetretenenen Meningokokkenepidemien in einigen westafrikanischen Staaten klingen nunmehr ab. Die Infektionsgefährudung sinkt damit und die Impfnotwendigkeit ebenfalls.

DENGUEFIEBER AUF PHUKET
Eine der beliebtesten Badeinseln der Europäer ist massiv von Dengue betroffen: Phuket. Da es keine Impfung gibt, sind nur Mückenschutzmassnahmen als einzige Prophylaxe möglich. Personen, die mit den typischen Dengue-Symptomen erkranken, sollten jendenfalls medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

TOLLWUT IN CHINA
China hat in Form eines offiziellen Reports des Gesundheitsministeriums bekanntgegeben, dass China in den letzten Jahren neben Indien zu den am stärksten tollwutgefährdeten Regionen zählt. Etwa 2400 Personen sind an Tollwut pro Jahr (!) verstorben. Hauptsächlich betroffen sind die Südprovinzen Guizhou, Guongdong,Hunan,Sichuan und Guanxi, aber auch im Norden nehmen die Fälle zu.
Die Tollwutimpfung wird daher für China v.a. bei Aufenthalt im ländlichen Raum angeraten.

 

     
25.01.2010    IMPFAKTION GEGEN "NEUE GRIPPE"

1.Alle wichtigen administrativen Auskünfte, also, wo, wann und wie geimpft wird, ferner ein Informationsblatt zur Impfung, mögliche Kontraindikationen und die Einverständniserklärung finden Sie auf der homepage des BMG. Dort finden Sie auch eine Auflistung der Risikogruppen (Personen mit bestimmten Grndkrankheiten, Schwangere u.a.), für die die Impfung ganz besonders wichtig ist.

2. Klarstellungen zur Impfung mit Celvapan:
- Es handelt sich um einen inaktivierten H1N1 Ganzvirusimpfstoff, der keine Hilfsstoffe enthält (kein Thiomersal, keine Nanopartikel, kein Adjuvans).
- Der Impfstoff ist keine "experimentelle" Vakzine, sondern ein ausgereiftes und ausgetestetes Produkt: Auf der Basis des bereits länger zugelassenen Impfstoffes gegen die Vogelgrippe (H5N1) wurde nach dem exakt gleichen Herstellungsverfahren nur unter Austausch des Virus das Celvapan hergestellt. Diese Methodik entspricht exakt jener des alljährlichen Zulassungsverfahrens der saisonalen Grippeimpfstoffe.
- Es liegen von Celvapan bereits zusätzliche Sicherheitsdaten vor, die dem Impfstoff bescheinigen, dass er in keinem Parameter schlechter verträglich ist, als wir das seit vielen Jahren von den saisonalen Grippeimpfstoffen kennen. Auch für Kinder gibt es bereits hiezu Daten, hier ist der Impfstoff ganz offensichtlich sehr gut verträglich. 
- Auch zur Immunogenität gibt es erste Daten, die dem Impfstoff eine gute Antikörperbildung nachsagen.
- Es sind 2 Impfungen im Abstand von 3 Wochen nötig. Nur eine Impfung ist v.a. auf Dauer gesehen, zuwenig.
- Die Impfung gegen die saisonale Grippe und gegen die Neue Grippe können gemeinsam verabreicht werden, auch eine gleichzeitige Applikation ganz anderer Impfungen mit der neuen Grippe ist möglich.

3. Auch wenn die neue Grippe in der überwiegenden Zahl der Fälle relativ harmlos verläuft, so soll das nicht darüber hinwegtäuschen, dass:
- Weltweit bereits fast 14.000 Personen daran verstorben sind.
- In Europa mehr als 1200 Personen zu Tode gekommen sind
- Allein in den USA über 200 Kinder an der Grippe verstorben sind
- und zahllose Erkrankte schwere Komplikationen erlitten haben

Es gibt keinen nennenswerten Grund, sich gegen die neue Grippe NICHT impfen zu lassen, aber eine ganze Reihe von guten Gründen, es sehr wohl zu tun. Auch wenn Sie selbst davon überzeugt sind, dass Ihnen eine Grippe nichts anhaben kann, sollten Sie daran denken, dass Sie als Überträger vielleicht jemanden gefährden, dessen Immunsystem mit dieser Erkrankung nicht so leicht fertig wird....
Mittlerweile gibt es bereits Sicherheitsdaten zu Celvapan, dem in Österreich gebräuchlichen Impfstoff, die laut EudraVigilance bei mehr als 3,3 Mio ausgegebenen Impfdosen nur 160 Patientenmeldungen von Nebenwirkungen zur Folge hatten.

Zahlen und Fakten zur neuen Influenza
http://www.ecdc.europa.eu/en/Health_topics/novel_influenza_virus/2009_Outbreak/

     
20.7.2009 DENGUE FIEBER AM AMERIKANISCHEN KONTINENT UND IM WESTPAZIFIK

Das ECDC veröffentlicht mit 8.7. die aktuellen Zahlen zum Auftreten von Dengue-Fieber in Mittel- und Südamerika und im Westpazifik (Daten: WHO) Demnach sind am amerikanischen Kontinent zwischen 1.1. und 26.6. über 480.000 Fälle registriert worden. Sehr anschaulich findet sich das auf der Karte des ECDC:

 

In der Region Westpazifik muss gegenwärtig in mehr als 2/3 aller Länder mit Dengue gerechnet werden, wobei 2008 einige Staaten besonders betroffen waren. Siehe dazu Grafik am Ende des Berichts
Hervorzuheben ist, dass viele besonders gefährdete Gebiete in Asien ausserhalb der Region Westpazifik liegen, dazu zählen: Indien, Sri Lanka, Thailand, Myanmar, um nur die touritisch wichtigsten zu nennen.
Da es keinerlei Schutzimpfung gegen Dengue derzeit am Markt gibt, kann man nur durch Mückenabwehr eine aktive Prophylaxe betreiben.

 

     
28.11.2009   DENGUE-FIEBER


Dengue ist ein globales Problem geworden und heute im internationalen Reiseverkehr als eine der wichtigsten reisemedizinisch relevanten Erkrankungen zu werten. Zum Überblick über die Endemiezonen seinen anschliessend die rezenten Karten der WHO wiedergegeben. Ausdrücklich hervorgehoben sei aber, dass diese Karten nichts über epidemische Ausbrüche sagen.

amerikanischer Kontinent:

 

 

Asien und Afrika:

Zahlreiche Regionen melden regelmässig grössere Zahlen von  Dengue-Erkrankungen:

ASIEN
Thailand hat auch 2006, wie schon in den letzten Jahren, massiv Probleme mit Denguefieber. Insbesonders Mai bis Oktober (Regenzeit) wird eine erhöhte Infektionsgefährdung für Touristen befürchtet.
Vietnam, Kambodscha, Laos sind sehr stark betroffen, Vietnam meldet z.B. 2007 über 80.000 Fälle
Indonesien v.a. West Java ist betroffen, seit nunmehr 2 Jahren stark erhöhtes Risiko
Indien:
hier ist vor allem wieder New Delhi betroffen.
China:
Provinz Guangdong hpts.betroffen
Malaysia
berichtet, dass in den letzten 10 Jahren die Zahl der Dengue-Infektionen sich verzehnfacht hat. Hohe Aktivität im Jahr 2006 und 2007!
Philippinen melden immer wieder Infektionen, trotz Eindämmungsbemühungen
Es sind dies nur einige Beispiele für den Raum Fernost, es ist aber davon auszugehen, dass sich in praktisch allen Regionen die Dengue-Gefährdung erhöt hat und weiter erhöht. Mückenschutz ist daher oberstes Gebot.

MITTEL- UND SÜDAMERIKA
Ecuador hohe Aktivität im ganzen Land
Costa Rica meldet bis Oktober 2005 bereits 31.000 Fälle, im ganzen Jahr 2004 waren es "nur" 2679. 2007 wurden in den ersten 9 Monaten 24.000 Fälle registriert.
Venezuela berichtet ähnliche Fallzahlen
Guatemala hat nach wie vor erhöhte Dengue-Aktivität, trotz Eindämmungsbemühungen der Behörden
Mexico ist ebenfalls betroffen, hier ist der seit Jahren verschwundene Typ 1 wieder zurückgekehrt, Puerto Vallarte meldet ebenfalls Fälle
Belize meldet rund um die Hauptstadt vermehrt Fälle.
Kuba meldet neuerdings auch wieder Dengue-Fälle
Brasilien meldet eine erhöhte Aktivität
, auch Rio ist betroffen.
Französisch Guyana meldet einen grösseren Dengue-Ausbruch

Ecuador meldet, dass v.a. die Küstengebiete und das Peruvianische Grenzgebiet betroffen sei.
Paraguay meldet offiziell über 22000 Erkrankungen und 17 Tote, inoffiziell sind über 400.000 Menschen betroffen

Australien (Inseln der Torres-Strait und North Queensland)
Yemen meldet bei mehr als 350 Erkrankungen 10 Todesfälle (Provinz Shaba)
Die obige Aufzählung der Länder gibt nur besonders betroffene Gebiete wieder.
Es sei daher nochmals auf die dringende Notwendigkeit der Verwendung von Mückenschutz-Präparaten, Permethrinen und Moskitonetzen hingewiesen. Achtung: Dengue wird auch durch tagaktive Stechmücken übertragen.