R E I S E M E D I
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| REISEMED TIPS
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ALLGEMEINE REISEMEDIZINISCHE TIPS a) Reisedurchfall:An
erster Stelle der Gefahren, die die Urlaubsfreude beträchtlich schmälern
können, steht mit Sicherheit der klassische Reisedurchfall. Seit
den Anfängen des Massentourismus ist mit Sicherheit das Problem der
Durchfallserkrankungen im Interkontinentaltourismus mit den sogenannten
Drittweltländern das im wahrsten Sinne des Wortes akuteste geblieben.
Seit Robert Steffen im Jahr 1983
die erste systematische epidemiologische Arbeit zu diesem Thema veröffentlicht
hat, hat sich zwar unser Wissen um die Epidemiologie der Erkrankung über
ihr klinisches Bild, über Ansätze zur Therapie oder auch zur Prophylaxe
gerundet, aber an der grundsätzlichen Dimension des Problems, nämlich daß
etwa 40% der fernreisenden Urlauber von Montezumas Rache auch außerhalb
Mexicos heimgesucht werden, hat sich nichts geändert. Es
sind heute eine Reihe von Risikofaktoren definiert, die die Inzidenz der
RD beeinflussen: RISIKOFAKTOREN DER REISEDIARHOE Destination (Hochrisikogebiete: z.B. Mittlerer Osten, Nordafrika) Jahreszeit (signifikant nur in subtropischen Destinationen) Reisestil
(Badeurlauber<geführte
Rundreise<Individualtourismus) Unterbringung (Standardhotels<Luxushotels<einfache Quartiere) Herkunftsland des Reisenden Alter des Reisenden Anzahl
der Diätfehler Aufenthaltsdauer im Gastland Interessant
aus dieser Liste sind vor allem zwei Phänomene: Alle
„Erziehungsversuche“ einfacherer Natur, insbesonders auch der
eindringliche Rat, entsprechend den herrschenden Hygieneverhältnissen auf
nahrungsmittlelhygienische Grundsätze zu achten, sind ziemlich frustran.
In einer eigenen Erhebung an über 7000 Reisenden war der Effekt
schriftlich ausgehändigter aber nur allgemein gehaltener Diätrichtlinien
nur marginal: eine Inzidenzreduktion in der Gruppe jener Reisenden, die
angaben, sich wirklich strikt an diese Empfehlungen gehalten zu haben um
knapp 8%. Bei Ausfolgung eines eigenen Menüplanes, der alle erlaubten und
verbotenen Nahrungsmittel auflistet, ist nach den Ergebnissen einer
Schweizer Untersuchung der Effekt deutlicher. Offensichtlich
läßt sich der Tourist täuschen: Aufenthalte in Luxushotels bringen
keine Risikoreduktion, im Gegenteil: die Inzidenz der Reisediarrhoe ist in
derartigen Etablissements etwas höher als im Standardhotel. Das luxuriöse
Ambiente verdeckt hier vermutlich Risken, die in weniger ansprechender
Umgebung offenkundig wären. Inzidenzvariationen
nach Destination sind zu erwarten, ist es doch naheliegend, daß in jenen
Ländern, die über bekannt insuffiziente Hygienestrukturen verfügen,
auch der Transmissionsdruck mit enteropathogenen Keimen vorm Touristen
nicht haltmachen wird. Es
ist also der Slogan „Boil it, cook it, peel it or forget it“ sicher
sinnvoll, auf ihn allein gestützt wird der Effekt jedoch unter den
Erwartungen sein. Einige
wichtige Tips zur Nahrungsmittelhygiene sollen trotzdem auf keinen Fall
fehlen, zumal es doch (noch)
keine Impfung zum Schutz vor dem Reisedurchfall gibt. Es
lohnt sich ganz einfach auf den Genuss mancher Dinge zu verzichten, wie
zum Beispiel: l
LEITUNGSWASSER l
EISWÜRFEL und EISCREME l
SALATE und ROHE GEMÜSEPRODUKTE l
UNGESCHÄLTE FRÜCHTE l
ROHE FISCH- UND FLEISCH-
ZUBEREITUNGEN Es
werden viele Produkte angeboten, die problemlos sind, wie zum Beispiel
original verschlossene Softdrinks. Auch industriell aufbereitetes, in
Originalflaschen abgefülltes Trinkwasser ist (fast) überall erhältlich.
Tropische Früchte, wie Mangos, Papayas, Ananas etc., müssen geschält
werden und können somit uneingeschränkt genossen werden. Probleme
mit der Energieversorgung können in vielen Regionen zu Stromabschaltungen
führen, so dass auch die Kühlkette nicht immer gewahrt werden kann und
daraus Probleme hinsichtlich der Haltbarkeit von Nahrungsmitteln erwachsen
können. Wer
ist nun schuld am Phänomen der „Reisediarrhoe“? Unbestritten
sind enterotoxinproduzierende Stämme von Escherichia
coli bei weitem die häufigsten Auslöser (etwa 50%) einer RD,
wenngleich auch hier beträchtliche regionale Schwankungen in der
Isolationshäufigkeit auftreten. ETEC stellen das Paradigma des
klassischen toxininduzierten Durchfalls dar, die Toxinwirkung entspricht
der des klassischen Choleratoxins. Auch
bei den in der Häufigkeit auf den folgenden Plätzen gelegenen
Infektionen mit Campylobacter (v.a. jejuni),
Shigella spp. und enteritischen Salmonellosen
ist mittlerweile gesichert, daß Enterotoxine in der Pathogenese dieser
Infektionen mit eine Rolle spielen, allerdings nicht ausschließlich: die
drei letztgenannten Keime sind in erster Linie invasionsbefähigt, eine
direkte Schädigung der Darmwand ist daher in weit größerem Ausmaß zu
erwarten als bei ETEC induzierten Diarrhoen. Unter
den Protozoen sind es vor allem Giardia-Infektionen,
die zwar als akute RD Auslöser nur eine untergeordnete Rolle spielen,
jedoch überaus häufig zu längerdauernden chronisch-rezidivierenden
Durchfällen führen, wodurch derartige Infektionen im Untersuchungsgut
tropenmedizinischer Nachsorgeuntersuchungen überrepräsentiert sind. Bei
einigen Keimen, die häufig im Stuhl akut RD-Kranker gefunden werden, wie
z.B. Aeromonas, ist die Pathophysiologie der Erkrankung bis heute nicht
restlos geklärt, jedoch zeigt sich bei fast allen enteropathogenen
bakteriellen Keimen, daß die Krankheitsauslösung oft durch mehr als
einen pathogenen Mechanismus mediiert ist, deren Zusammenspiel letztlich für
das Vollbild der Erkrankung verantwortlich ist. An
dieser Zusammenstellung sind aber noch zwei Ergebnisse von entscheidender
Bedeutung: Häufig,
mit einer Rate von bis über 20%, findet man im Stuhl des akut Erkrankten
zum Zeitpunkt der akuten Phase mehr als einen potentiell enteropathogenen
Keim, sodaß die Ursache-Wirkungsbeziehung noch schwerer durchschaubar
wird. Zum zweiten bleibt trotz aller Akribie bei der Laboratoriumsarbeit
ein beträchtlicher Prozentsatz (je nach Untersuchung 15-55%) der
Akutkranken mikrobiologisch unklar, d.h. es läßt sich in der
Durchfallphase überhaupt kein kausales Agens finden. Diese
heterogenen Ursachen für das gleiche klinische Bild machen auch klar,
dass die Behandlung nicht so ganz einfach ist. Die
wohl einfachste, ungefährlichste und gleichzeitig
komplikationsverhindernde Therapie der RD ist die orale
Rehydrierung (Flüssigkeitsverlustausgleich). Der Ersatz der durch den
Durchfall verlorengegangenen Flüssigkeit parallel mit den ebenfalls
verlorenen Elektrolyten durch Umgehung der gestörten Resorptionsfähigkeit
des Darmes durch den Transporteffekt von Glukose durch die sogenannte ORS
Lösung der WHO ist heute unbestritten. ORALE
REHYDRATATIONSLÖSUNG (WHO)
Solange
im Rahmen der oralen Rehydrierung kein Überschuß an Salzen zugeführt
wird, ist die Zusammensetzung der ORS nicht kritisch, vor allem nicht beim
Erwachsenen. Um daher die Akzeptanz zu verbessern, wird oft eine Mischung
von (hygienisch unbedenklichen!) Fruchtsäften mit Salz und Zucker
empfohlen, Ingredienzien, an die der Reisende auch leicht herankann.
Lediglich bei Kindern unter zwei Jahren sollten ausgewogene Fertigpräparate
(Normolyt® u.a.) verwendet werden, die eine präzise Dosierung zulassen. Nichtantibiotisch
wirksame Therapeutika der RD lassen sich in 4 Gruppen einteilen. Einerseits eine
wahre Fülle sogenannter Probiotika, deren Effekt in der Therapie aber
sicher nicht als berauschend eingestuft werden kann, zum zweiten die
weitverbreitete Gruppe der Peristaltikhemmer und drittens seit kurzem ein
echtes Antisekretorium, das Zaldaride, ein Calmodulin-Antagonist, das aber
nach wie vor nicht im handel erhältlich ist. Als letzte Gruppe seien der
Vollständigkeit halber Adsorbentien genannt, die aber keinen wirklichen
Wert besitzen, allerdings mit der Ausnahme des Wismuth-Subsalizylat: NICHTANTIBIOTISCHE MITTEL ZUR THERAPIE DER REISEDIARRHOE Probiotika: Lactobacillus,
Saccharomyces boulardii, Streptococcus faecium etc. Peristaltikhemmer: Loperamid, Diphenoxylat plus Atropin (Lomotil) Antisekretorika: Zaldaride (Calmodulin-Antagonist) Adsorbentien: Wismuth-Subsalizylat ; ferner:Kaolin, Pectin, Carbo
animalis etc. Die
meisten dieser Medikationen sind so bekannt, daß eine tiefergehende
Analyse nicht nötig sein dürfte. Zum Thema der Motilitätshemmer, vor
allem dem Loperamid (Imodium), sei aber angemerkt, daß ihre Anwendung
nicht leichtfertig vom Laien selbst und vor allem nicht kritiklos lange
durchgeführt werden soll. Aus der Praxis unseres Institutes sind
mittlerweile 4 Fälle von nekrotisierenden Kolitiden als Folge eines
Loperamidabusus bei je einem Fall von Amöbenruhr, Campylobacterinfektion,
einer D-Gruppen Salmonellose und einer Shigella sonnei (Ruhr-) Infektion
mit entsprechenden Konsequenzen bekannt und dokumentiert, weshalb von
unserem Institut die Empfehlung herausgegeben wurde, eine
Loperamid-Eigentherapie nicht länger als 48 Stunden und vor allem nicht
bei akut-febrilen Durchfallserkrankungen durchzuführen. Entscheidend
bei allen nichtantibiotischen Mitteln ist sicherlich, daß man ihre
Wirksamkeit nach harten klinischen Kriterien mißt, d.h. nur eine
signifikante Verkürzung der Krankheitsdauer in einem bereits kurzen
Beobachtungszeitraum von etwa 48 Stunden ist akzeptabel. Aus diesem Grund
sind aus dieser Liste nur Zaldaride (ist aber noch nicht im
Handel), Loperamid und eventuell noch Wismuthsubsalizylat als wirklich
geeignet einzustufen. Antibiotika
haben schon seit langem ihren festen Platz als Therapeutika der
Reisediarrhoe. Die am häufigsten in kontrollierten Studien evaluierten
Substanzen, die eine zumindest signifikante Reduktion der Krankheitsdauer
erbrachten sind: Trimethoprim, Trimethoprim/Sulfamethoxazol, Doxycyclin,
Bicozamycin, Aztreonam und Azithromycin sowie eine Reihe verschiedener
Gyrasehemmer wie Ciprofloxacin, Norfloxacin, Ofloxacin, Fleroxacin und
Enoxacin. Jede
antibiotische Therapie birgt für den Anwender Risken. Arzneimittelunverträglichkeiten
sind nicht selten, die Wahl des falschen Therapeutikums bei nicht abgeklärter
Mikrobiologie ist immanent und damit die Verschleppung der Erkrankung und
letztlich führt die kritiklose Anwendung der Antibiotika zum sattsam
bekannten Problem der Resistenzbildungen, die eine zunächst sehr
erfreuliche Substanz bereits nach kurzer Zeit wieder problematisch werden
lassen. Generell sollte der Einsatz antibiotisch wirksamer Medikamente
sparsam erfolgen und für den Reisenden eigentlich die ultima ratio
darstellen, wenn es um die Selbstbehandlung geht. Aus
der Vielzahl an Antibiotika sollen nur die Gyrasehemmer, Azithromycin und
Aztreonam sowie Bicozamycin herausgegriffen werden, da diese Substanzen
die besten Ergebnisse auch im Hinblick auf eine Verkürzung der
Krankheitsdauer erkennen lassen. Wie aus der Zusammenstellung ersichtlich,
ist der Effekt der Antibiotika aber eher erst nach 72 Stunden deutlich
erkennbar, somit den Antisekretorika und auch den Peristaltikhemmern etwas
unterlegen, was angesichts der in der Mehrzahl der Fälle wohl
toxinmediierten Durchfälle nicht verwundert. Als
ganz besonders gut wirksam hat sich ein neues Antibiotikum erwiesen:
Rifaximin. Dieses Präparat hat den Vorteil, nicht aus dem Darm absorbiert
zu werden, wodurch die Gefahr von Nebenwirkungen natürlich geringer wird.
Zahlreiche klinische Studien haben erkennen lassen, dass Rifaximin allen
bisher in der Therapie der Reisediarrhoe eingesetzten Antibiotika in der
Schnelligkeit des Wirkungseintrittes überlegen ist. Dieses Antibiotikum
hat sich auch in der Prophylaxe der RD in ersten klinischen Studien sehr
bewährt – wenngleich Antibiotika zur Verhinderung der Reisediarrhoe im
Sinne einer Prophylaxe sehr restriktiv und niemals ohne Rücksprache mit
einem Arzt verwendet werden sollten. Es ist in Österreich noch nicht
zugelassen, aber über internationale Apotheken beziehbar z.B. aus
Italien. Die
begreifliche Zielvorstellung einerseits die Wirkung eventueller Toxine des
Erregers zu mildern und andererseits gleichzeitig eine mikrobiologische
Heilung des Geschehens voranzutreiben hat zu der Überlegung geführt,
Peristaltikhemmer simultan mit einer Einzeldosis eines im allgemeinen
hochwirksamen Antibiotikums zu kombinieren. Es hat sich bei Patienten in
der Frühphase ihres Krankheitsgeschehens die Kombination
Loperamid/Ciprofloxacin (1000 mg Ciprofloxacin plus Loperamid) durchaus
bewährt. Insbesonders wird hier der dem Loperamid anhaftende Vorwurf der
Verlängerung der Verweildauer von enteropathogenen Keimen im Darm zum
Vorteil, da das Antibiotikum just durch diese Eigenschaft länger seine
bakterizide Wirkung entfalten kann. Bei offensichtlich invasiven Diarrhoen
ist diese Vorgangsweise jedoch nach wie vor kontraindiziert. Trotzdem
wird jeder mikrobiologisch orientierte Arzt keine rechte Freude mit der
antibiotischen Selbstbehandlung des Patienten haben, vor allem, wenn das
Krankheitsbild offensichtlich ungefährlich ist. Wie schon erwähnt,
sollte der Einsatz dieser Substanzklasse daher mit der nötigen
Risikoabschätzung erfolgen. Über
die Möglichkeiten der Selbstbehandlung der Reisedurchfälle können Sie
sich im Abschnitt „Reiseapotheke“ informieren. b) Insektenschutz:Eine fast nicht überschaubare Zahl an Arthropoden,
mit denen der Reisende im Rahmen seines Aufenthaltes in Kontakt kommen kann ist in der
Lage Krankheiten zu übertragen (z.B. Malaria, Dengue-Fieber), Krankheiten direkt zu
verursachen (z.B. Scabies, Myiasis) oder schlicht durch ihre Anwesenheit als Lästlinge
einzustufen. Die Biologie der Arthropoden und damit die gegen sie wirksamen
Interventionsstrategien ist überaus komplex. Ziel der reisemedizinischen Beratung
sollte es nun einerseits sein, durch Erklärung angepaßten Verhaltens (z.B. Kleidung) den
Kontakt mit Arthropoden zu vermeiden und andererseits durch die Hilfe von Repellents und
Kontaktinsektiziden sowie "mechanisch" (z.B. Moskitonetze) Arthropoden
abzuwehren. Die Effizienz der letztgenannten Maßnahmen ist unzweifelhaft, der kombinierte
Einsatz von Repellents und Insektiziden reduziert die Kontaktwahrscheinlichkeit mit
Arthropoden um bis zu 90%. Zum Einsatz gelagen als Repellents eine Reihe chemischer
Substanzen, wobei auf Grund der Erfahrung und zahlreicher Untersuchungen DEET
(Diethyltoluamid, optimale Konzentration für Erwachsene um 30%, für Kinder etwa 10%) als
Substanz der Wahl zu werten ist. Seit kurzer Zeit wird in den Produkten der AUTAN®-Reihe
auch das Piperidin-Präparat Bayrepel® verwendet. Laut Hersteller dem DEET gleichwertig,
jedoch etwas besser verträglich. Als Kontaktinsektizid (und gleichzeitig auch Repellens in 2-5%iger Konzentration) ist einzig und allein Permethrin in Verwendung. Das Präparat NO BITE® ist für die Imprägnierung von Kleidungsstücken bevorzugt einsetzbar, die TYRA-X® Reihe für Verwendung als Spray im Haus (Teppiche, Wände, Tapeten) und für Moskitonetze.
TABELLARISCHE ZUSAMMENSTELLUNG EINIGER REPELLENTS UND INSEKTIZIDE FÜR FERNREISEN
*) nicht im Handel, können von den Apotheken aber besorgt werden.
c) Sexuell übertragbare Erkrankungen:Es ist allgemeines Wissensgut, dass eine Anzahl von Infektionskrankheiten durch Sexualkontakte übertragen werden kann. Es sind dies vor allem HIV-Infektionen, Hepatitis B, Gonorrhoe und Lues. Während die beiden letztgenannten im Laufe des letzten Jahrzehnts etwas zurückgedrängt wurden, sind heute HIV und Hepatitis B durch ungeschützten Sexualverkehr ganz besonders gefährlich. Als Beispiel sei angeführt, dass im einschlägigen Prostituiertenmilieu in afrikanischen und asiatischen Ländern mit einer HIV-Durchseuchung von 80-90 % (!) gerechnet werden muss. Sexualkontakte mit Einheimischen sollten daher grundsätzlich vermieden werden. Es ist anzumerken, dass auch die Verwendung von qualitativ hochwertigen Kondomen keinen absoluten Schutz gegen derartige Infektionen darstellt. d) Unfreiwillige Tierkontakte:Eine vernünftige Verhaltensweise ist auch im
Umgang mit Tieren im eigenen Interesse sinnvoll. Nicht nur die Tollwut spielt in vielen
Regionen eine bedeutende Rolle, auch unliebsame Kontakte mit Spinnen, Schlangen oder
giftigen Meerestieren können zu ernstzunehmenden gesundheitlichen Problemen führen. e) Unfälle:Unfälle im Urlaub sind weitaus häufiger als beispielsweise Infektionserkrankungen. Offenbar führt die Urlaubsstimmung oft zu einer Erhöhung der Risikobereitschaft, was nicht selten schwere Verletzungen nach sich zieht. Dies gilt gleichermaßen für Personen, die mit einem Mietwagen unterwegs sind und den technischen Zustand des Fahrzeugs sowie die Straßenverhältnisse falsch einschätzen, wie auch für jene, die im Urlaub vermehrt Sport betreiben wollen und ihre eigene Fitness überschätzen. f) Sonnenschutz:Sonnenschutz gehört zu den grundlegendsten Vorkehrungen bei Urlaubsreisen. Daher sollten ausreichend Sonnenschutzmittel mitgenommen werden, deren Hautverträglichkeit man aber vorher bereits getestet hat. Sonnenbrille und Kopfbedeckungen gehören ebenfalls mit ins Gepäck. Um dem Hautkrebsrisiko vorzubeugen, sollte die Haut nie ungeschützt (möglichst hohen Sonnenschutzfaktor verwenden) längerer Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Kommt es dennoch zu einem Sonnenbrand, bieten einschlägige Cremes Linderung. Bei Sonnenstich, der durch längere direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf entsteht, sollte der Kopf sofort erhöht gelagert und in kalte, feuchte Tücher gehüllt werden. Hitzschlag entsteht durch Zusammenbruch des Wärmeregulationssystems bei ungenügendem Trainingszustand, Übergewicht, körperlicher Anstrengung, Alkoholkonsum usw. Erkrankte sollten sofort in den Schatten gelegt und möglichst mit nassen Umschlägen eingepackt werden. Da in schweren Fällen eine Sterblichkeit von 20 % gegeben ist, sollte umgehend eine medizinische Einrichtung aufgesucht werden. g) Bekleidung:Die Bekleidung in tropischen Regionen sollte vorzugsweise aus atmungsaktiven und pflegeleichten Materialien bestehen (reine Baumwolle!). Nicht vergessen sollte man, daß die Temperaturschwankungen oft beträchtlich sind. Auch Klimaanlagen erzeugen mitunter "Kühlschranktemperaturen", so daß Weste und Pullover gute Dienste leisten können. h) Höhe und Klima:Die klimatischen Verhältnisse in vielen Ferndestinationen weichen von den gewohnten sehr stark ab, so durch hohe Temperaturen und starke Luftfeuchtigkeit. Der Körper benötigt in der Regel ein paar Tage, um sich darauf einzustellen, und man sollte daher auf größere Anstrengungen verzichten. Für Reisen in tropische Länder sollte atmungsaktive, leichte Bekleidung bevorzugt werden; der Pullover kann aber beispielsweise in sehr stark klimatisieren Räumen ebenfalls benötigt werden. Da der Körper durch Schweißausscheidung viel Flüssigkeit verliert, ist eine ausreichende Flüssigkeits- und Salzzufuhr sicherzustellen. Zum Thema "Höhenkrankheit" i) Reisefähigkeit und Grundkrankheiten:Vor allem bei älteren Reisenden, die unter
Grundkrankheiten des Stoffwechsels (z.B. Diabetes), des Herz-Kreislaufsystems (z.B.
Koronare Herzkrankheit), oder der Lunge (z.B.Emphysem) oder der Niere (eingeschränlte
Nierenfunktion) leiden, sollte vor Buchung eines Urlaubs in die Tropen mit dem
behandelnden Arzt ein Gespräch geführt werden, ob die Reise an sich nicht eine
unzumutbare Belastung darstellt. Hier ist es mit relativ geringem Aufwand möglich, eine
sogenannte "Reisefähigkeitsuntersuchung" zu machen. Personen, die ständig
Medikamente nehmen, sollten erstens einen entsprechenden Vorrat des Medikaments mitnehmen,
andererseits eine englischsprachige Erklärung ihres Zustandes, sodaß ein im Ausland
kontaktierter Arzt rasch weiß, worum es wahrscheinlich geht. j) Beschwerden nach der Rückkehr:Jeder Reisende, der im Anschluß an einen Aufenthalt in einem exotischen Land plötzliche Gesundheitsprobleme bekommt, sollte sich unverzüglich - vor allem bei fieberhaften Beschwerden - an den Hausarzt oder eine spezialisierte Stelle wenden. Wichtig ist der Hinweis des Patienten, wo er war,
welche Vorbeugemaßnahmen getroffen wurden und ob andere Reisende dasselbe Problem
berichteten. k)Baden Bei Badeaufenthalten an steinigen Küsten oder dem vermehrten Aufkommen von Seeigeln, sollten unbedingt Badeschuhe getragen werden, um Verletzungen vorzubeugen. Vorsicht beim Baden ist auch bei vermehrtem Quallenaufkommen geboten. Bei Schwimmvergnügen an Steilküsten oder im offenen Meer sollte man sich vorher über das Vorkommen von Haien oder anderen gefährlichen/giftigen Fischen informieren. Vor Baden in Flüssen und Seen ist in Tropen und Subtropen abzuraten. Neben der Infektionsgefahr durch Keime ist hier je nach Urlaubsdestination auch auf unliebsame Kontakte mit Flusspferden sowie Panzerechsen und anderen Fleisch fressenden Tieren hinzuweisen.
ANHANG: Thrombosegefahr auf FlugreisenErst durch die Zunahme von Langstreckenflügen ist man auf ein medizinisches Problem aufmerksam geworden, dem man bisher wenig Bedeutung zugemessen hat: Der Entstehung von Blutgerinnseln, also Thrombosen, bei Interkontinentalflügen. Man nimmt an, daß etwa jeder fünfte plötzliche Todesfall an Bord eines Flugzeuges durch eine Pulmonalembolie ausgelöst wird, dies ist eine Erkrankung, bei der sich ein Blutgerinnsel, das an einer anderen Stelle im Organismus entstanden ist, losreißt und dann auf seinem Weg durch das Herz in die Lunge gelangt und dort zur Verstopfung eines Gefäßes führt. Es hat die Häufigkeit der sogenannten Reisethrombose in den letzten Jahren deutlich zugnommen, sodaß man sie heute bereits als eigenes Syndrom kennt: Das sogenannte "Economy-Class-Syndrom". Mehrere Ursachen sind dafür verantwortlich: Erstens begeben sich von Jahr zu Jahr immer mehr Leute auf Reisen und es zeichnet sich die generelle Tendenz dahingehend ab, daß Urlaube nur mehr für eine kurze Dauer gebucht werden, daß aber trotzdem immer weiter entferntere Reiseziele gebucht werden und als Folge davon ist eine starke Zunahme der Zweit- und Dritturlaube zu verzeichnen mit anderen Worten, jeder einzelne setzt sich mehrmals im Jahr einem potentiellen Thromboserisiko aus. Zum Zweiten ist natürlich das Durchschnittsalter
der Reisenden auf Langstreckenreisen progredient im Zunehmen begriffen, und es ist
bekannt, daß vor allem bei älteren Personen öfters diverse Vorerkrankungen bestehen,
die insgesamt ein größeres Risiko für Thrombosen nach sich ziehen. Wie entstehen nun Risikofaktoren für eine
Thrombose? Soviel zu all der Fülle von Risikofaktoren, die
das Entstehen einer Thrombose im Rahmen eines Langstreckenfluges, aber auch beim langen
sitzen im Bus oder in der Bahn begünstigen können. Nachfolgend die Risikoklassifizierung und Prophylaxeempfehlung nach Partsch et al. 2002:
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