Typhus Abdominalis 


 
 
 

Erreger:

SALMONELLA TYPHI.

 

Infektionsquelle:

Stuhl, seltener Harn und Blut.

Besonderheit: Es gibt Salmonellendauerausscheider. Das bedeutet, dass Gesunde Typhus-Salmonellen im Stuhl ausscheiden, oft ohne es zu wissen.

 

Übertragung:

Schmierinfektion, Aufnahme kontaminierter Nahrungsmittel (Wasser, Salate, Eis etc.).

 

Inkubationszeit:

1 bis 3 Wochen.

 

Krankheitsbild:

Die Erkrankung beginnt mit uncharakteristischen Allgemeinsymptomen: Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Obstipation (KEINE DURCHFÄLLE), steigende Temperaturen, Apathie, eventuell Nasenbluten.

 

Gegen Ende der ersten Krankheitswoche kommt es  dann zur  Continua (gleichmäßig hohes Fieber um 40°C) mit langsamer Herzfrequenz. Die Benommenheit nimmt zu (Typhus stammt aus dem Griechischen und bedeutet Nebel!). Zusätzlich treten Leber- und Milzschwellung, eventuell sogar eine leichte Gelbsucht auf.  Gegen Ende der zweiten Krankheitswoche kann ein ganz flüchtiger Hautausschlag (Roseolen) am Rumpf auftreten.  Erst in der dritten Krankheitswoche können erbsbreiartige Durchfälle auftreten. Dann erfolgt die Abfieberung.

Als Komplikationen der Erkrankung können Darmblutungen oder Darmperforationen, Herzmuskelentzündung, Venenentzündungen, Lungenentzündung, Gallenblasenentzündung und Meningoencephalitis (Entzündung des Gehirns) sowie Knochenmarkseiterungen auftreten.

 

Diagnose:

Direkter Erregernachweis in der Blutkultur, ab der zweiten bis dritten Woche Nachweis in der Stuhlkultur, eventuell auch in der Harnkultur.

Dem serologischen Nachweis (Nachweis der Antikörper im Blut) kommt nur eine untergeordnete Bedeutung zu.

 

Behandlung:

Die Behandlung des Typhus abdominalis erfolgt mit Antibiotika.

Selbstverständlich sind neben der spezifischen Therapie auch weitere unterstützende Maßnahmen erforderlich.

Typhus ist eine melde- und isolierungspflichtige Erkrankung!

 

Epidemiologie und Bedeutung:

Salmonella typhi kommt in allen subtropischen und tropischen Regionen mit schlechtem Hygienestandard vor.

Hauptverbreitungsgebiete sind Nordafrika, Ostafrika, Indien, Nepal, Peru, aber auch Indonesien.

 

 

 

Da die Bakterien von Erkrankten, aber auch von gesunden Bakterienträgern mit dem Stuhl ausgeschieden werden,  kann es bei fehlender hygienischer Infrastruktur leicht zur Kontamination von Nahrungsmitteln oder Wasser kommen. Zur Identifikation von Salmonella typhi-Dauerausscheidern wäre auch ein funktionierendes Gesundheitswesen erforderlich, um entsprechende  therapeutische Maßnahmen ergreifen zu können.

Wie bei allen Nahrungsmittelinfektionen ist zu berücksichtigen, dass die optisch schönsten Hotelanlagen keine Garantie für die Hygiene in der Küche und die persönliche Hygiene des Küchenpersonals geben. Außerdem stammen Nahrungsmittel aus dem Land selbst  und werden nicht importiert.

In Österreich kommt Typhus nur mehr als importierte Erkrankung vor. Jährlich sind zwischen 15 und 20 von Touristen heimgebrachte Infektionen zu sehen.

Typhus ist immer eine lebensgefährliche Erkrankung. Auch bei bester medizinischer Versorgung stirbt etwa 1 % der Patienten, ohne Behandlung wären es rund 30 %!

Das Risiko des Reisenden, an Typhus zu erkranken, wird unter guten hygienischen Bedingungen auf etwa 1:25.000, bei schlechten Bedingungen auf 1:1000 geschätzt.

Zur Vorbeugung stehen zwei unterschiedliche Impfstoffe zur Verfügung, eine Schluck- und eine Stichimpfung.

 

 

Produkte:

 

IMPFSTOFF

PRODUKTNAME und HERSTELLER

KINDERIMPFSTOFFE = ERWACHSENENIMPFSTOFFE

Ty 21 a (LEBENDBAKTERIUM)

Vivotif (Berna)

Typhus (Polysaccharid; TOT)

Typhim Vi (SPMSD)

Typherix (GSK)

Typhus plus Hepatitis A

(Polysaccharid, TOT plus Ganzvirus,TOT)

Hepatyrix (GSK

Viatim (SPMSD)

 

 

Besondere Hinweise:

Seit kurzem stehen auch kombinierte Typhus-Hepatitis A Impfstoffe zur Verfügung (siehe Kapitel über Hepatitis A).

 

Typhusimpfungen und Schwangerschaft:

Sowohl der Typhus-Schluckimpfstoff als auch der Stichimpfstoff sind von Seiten der Hersteller nicht für den offiziellen Einsatz in der Schwangerschaft freigegeben, weil bis dato keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen. Definitiv besteht aber kein Risiko für das Ungeborene, wenn eine Typhusimpfung in der Schwangerschaft erfolgt.

Die Indikation für die Typhusimpfung in der Schwangerschaft muss nach genauen Nutzen-Risikoabwägungen gestellt werden.

 

Allgemeine Bemerkungen:

Typhus abdominalis zählt zu den klassischen Nahrungsmittelinfektionen, die in Regionen mit schlechten hygienischen Bedingungen erworben werden können.

 

TYPHUS HAT NICHTS MIT DEM KLASSISCHEN REISEDURCHFALL ZU TUN, VIELMEHR HANDELT ES SICH UM EIN HOCHFIEBERHAFTES KRANKHEITSBILD OHNE DURCHFÄLLE.

 

Die Wahl des Impfstoffes kann der Impfling selbst treffen. Die unkomplizierte Applikation, der rasche Wirkungseintritt und die Kombinierbarkeit mit allen anderen Impfungen sind sicher Vorteile der Stichimpfung.

 


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